Frankreich: Kredit-Regulierung wirkt gezielt, kaum Makro-Effekt
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Frankreich: Kredit-Regulierung wirkt gezielt, kaum Makro-Effekt

Eine neue Studie der Banque de France zeigt: Makroprudentielle Maßnahmen zur Begrenzung der Haushaltsverschuldung in Frankreich wirken gezielt auf den Immobilienkreditmarkt, ohne breite makroökonomische Effekte zu verursachen. Die Forscher entwickelten dafür einen neuen mesoeconometrischen Ansatz.

Gezielte Wirkung statt breiter Effekte

Makroprudentielle Maßnahmen zur Begrenzung der Haushaltsverschuldung, wie die 2019 in Frankreich eingeführten Obergrenzen für den Schuldendienst im Verhältnis zum Einkommen (DSTI) und die Kreditlaufzeiten, zeigen eine gezielte Wirkung.

Eine neue Studie der Banque de France belegt, dass diese Maßnahmen die Zinsen für Wohnungsbaukredite um 0,15 bis 0,20 Prozentpunkte erhöhen und das Wachstum der ausstehenden Wohnungsbaukredite zwischen 2022 und 2023 um bis zu 0,8 Prozentpunkte verlangsamen.

Auch das Wachstum der Hauspreise wird um 2 bis 3 Prozentpunkte reduziert.

Bemerkenswert ist, dass die Forscher keine signifikanten Auswirkungen auf reale Wohnungsbauinvestitionen, Haushaltseinkommen oder das reale BIP feststellen konnten.

Dies unterstreicht die Rolle der BBMs als präzise Instrumente zur Stärkung der Finanzstabilität, die primär die risikoreichsten Segmente des Kreditmarktes ansprechen.

Das Mesoeconometric-Rätsel

Die Schätzung der kausalen Effekte von makroprudentiellen Maßnahmen ist methodisch anspruchsvoll, da diese oft als Reaktion auf makrofinanzielle Bedingungen eingeführt werden.

Um dieses Problem zu lösen, entwickelten die Autoren einen neuartigen mesoeconometrischen Ansatz.

Dieser nutzt die Eigenschaft von BBMs, dass ihre Effekte an spezifischen Punkten der Kreditvergabestandards-Verteilung konzentriert sind.

Kredite nahe der regulatorischen Schwelle sind direkt betroffen, während andere unberührt bleiben.

Das zweistufige Framework identifiziert zunächst Schocks bei den Kreditvergabestandards in einem strukturellen VAR-IV-Modell und isoliert dann den politikinduzierten Anteil dieser Schocks durch die Analyse heterogener Kreditnehmerreaktionen.

Prä­zi­si­ons­werk­zeug mit begrenzter Schlagkraft

Die Studie bestätigt den Wert von makroprudentiellen Maßnahmen als gezielte Instrumente zur Stärkung der Finanzstabilität im Immobiliensektor.

Ihre ökonomisch moderate Gesamtwirkung deutet jedoch darauf hin, dass sie eher als Präzisionswerkzeug zur Risikominimierung denn als mächtiger Hebel für die gesamtwirtschaftliche Steuerung dienen.

Für die Politik bedeutet dies, dass BBMs zwar die Resilienz erhöhen, aber keine Wunder bei der Beeinflussung von BIP oder Einkommen erwarten lassen.