FSB: Nichtbanken-Sektor birgt weiter Systemrisiken
Der Finanzstabilitätsrat (FSB) warnt in seinem Fortschrittsbericht vom 9. Juli 2025: Trotz Reformen bleiben im Nichtbanken-Sektor (NBFI) erhebliche Systemrisiken bestehen. Die Umsetzung der Maßnahmen verläuft ungleichmäßig, und Schwachstellen wie Leverage und Liquiditäts-Mismatches sind weiterhin präsent.
Wachstum und Verwundbarkeit der Nichtbanken
Die marktbasierte Finanzintermediation hat in den letzten zehn Jahren stark zugenommen, wobei der Nichtbanken-Sektor (NBFI) mittlerweile fast die Hälfte der globalen Finanzanlagen ausmacht.
Diese Entwicklung erhöht die Bedeutung des NBFI für die Realwirtschaft, birgt aber auch erhebliche Risiken.
Erfahrungen aus der globalen Finanzkrise 2008, den Marktturbulenzen im März 2020 und jüngsten Stressphasen zeigen, dass NBFI Systemrisiken erzeugen oder verstärken kann.
Der FSB hat daraufhin ein Arbeitsprogramm zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Sektors entwickelt, um die Finanzierung der Wirtschaft zu stabilisieren und die Notwendigkeit außerordentlicher Zentralbankinterventionen zu reduzieren.
Bisherige Maßnahmen konzentrierten sich auf die Anpassung bestehender Instrumente, anstatt neue zu schaffen.
Zu den wichtigsten Ergebnissen gehören die Stärkung der Geldmarktfonds-Resilienz (2021), die Behebung von Liquiditäts-Mismatches in offenen Investmentfonds (2023) und die Verbesserung der Liquiditätsvorsorge für Margin-Calls (2024).
Ungleichmäßige Umsetzung, anhaltende Risiken
Die Umsetzung der Reformen schreitet international voran, jedoch in unterschiedlichem Tempo.
Die Heterogenität des Sektors, vielfältige institutionelle Rahmenbedingungen und Marktgepflogenheiten sowie Datenherausforderungen führen zu ungleichen Fortschritten in den einzelnen Jurisdiktionen.
Trotz der laufenden Implementierung bleiben die Anfälligkeiten durch Leverage und Liquiditäts-Mismatches in Teilen des NBFI-Sektors, die zu jüngsten Marktstress-Episoden führten, bestehen.
Eine vollständige Umsetzung soll die Abhängigkeit der Marktteilnehmer von außerordentlichen Interventionen der Zentralbanken und anderer offizieller Stellen begrenzen und die Behörden besser auf Stressereignisse vorbereiten.
Der FSB verlagert seinen Fokus nun auf die Überwachung der Implementierung und die kontinuierliche Bewertung von Schwachstellen in diesem Sektor.
Alte Probleme, neue Gewänder
Der Bericht des FSB zeigt deutlich, dass die Lehren aus vergangenen Krisen zwar gezogen, aber noch nicht vollständig umgesetzt sind.
Die anhaltenden Schwachstellen im Nichtbanken-Sektor sind ein Warnsignal für die Finanzstabilität, da sie das Potenzial für systemische Schocks bergen.
Solange die Reformen nicht konsequent und umfassend implementiert werden, bleibt der Ruf nach Zentralbank-Interventionen in Stresszeiten eine reale Gefahr.