BDF-Studie: Französische Presse berichtet wenig über EU, lokale Medien positiver
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BDF-Studie: Französische Presse berichtet wenig über EU, lokale Medien positiver

Eine Studie der Banque de France zeigt, dass die Berichterstattung über die Europäische Union in der französischen Presse über zwei Jahrzehnte hinweg begrenzt und stabil blieb. Lokale Medien beleuchten konkrete Initiativen positiver als nationale Zeitungen.

Wenig EU, viel Wahlkampf

Eine Studie der Banque de France (BDF) zeigt, dass die Berichterstattung über die Europäische Union in der französischen Presse über zwei Jahrzehnte hinweg begrenzt und stabil blieb.

Im Durchschnitt widmeten weniger als ein Prozent der monatlich veröffentlichten Artikel der EU ihr Hauptthema.

Deutliche Spitzenwerte wurden jedoch um das Referendum zur Europäischen Verfassung im Mai 2005 und insbesondere während der Europawahlen verzeichnet, wobei das Interesse an letzteren zunahm.

Andere wichtige europäische Ereignisse wie der Brexit, die Flüchtlingskrise 2015 oder das NextGenerationEU-Programm 2020 führten nicht zu einem signifikanten Anstieg des Interesses.

Die am häufigsten behandelten Themen umfassten politische Parteien, Bildungs- und Kulturaustausch für junge Menschen (insbesondere das Erasmus-Programm) sowie Agrarthemen.

Themen, die Zentralbanken, Finanzinstitutionen und den Euro direkt betreffen, machten weniger als 10 Prozent der gesamten Berichterstattung aus.

Sentiment-Index erholt sich, lokale Presse positiver

Die Studie analysierte auch den Ton der Berichterstattung: 36 Prozent der Artikel waren negativ, 30 Prozent positiv und 34 Prozent neutral.

Der Pressestimmungsindex sank zwischen 2009 und 2011 stark ab, bedingt durch die Finanz- und Staatsschuldenkrise.

Seit 2021 erholte sich der Index und übertraf die Werte vor der Krise von 2008, wobei positive Artikel die negativen leicht übertrafen.

Lokale Zeitungen zeigten einen deutlich positiveren Ton, da sie sich stärker auf konkrete EU-Errungenschaften wie Schüleraustausch konzentrieren.

Nationale Tageszeitungen fokussierten sich hingegen auf nationale und internationale Themen, was zu einer breiteren Themenvielfalt führte.

Vertrauenslücke bleibt

Die Studie der BDF offenbart eine anhaltende Distanz zwischen der EU und dem französischen öffentlichen Diskurs, maßgeblich beeinflusst durch nationale Medienprioritäten.

Während lokale Medien konkrete Vorteile positiver beleuchten, deutet die insgesamt begrenzte Berichterstattung auf eine Herausforderung für die Bürgerbeteiligung hin.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit für europäische Institutionen, die Informationslücke direkter zu schließen und Vertrauen aufzubauen.

Quelle: Twenty years of press articles on the European Union

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