Bildung beeinflusst Finanzanlagen: Neue Daten zeigen höhere Renditen und Risikotoleranz
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Bildung beeinflusst Finanzanlagen: Neue Daten zeigen höhere Renditen und Risikotoleranz

Ein neues Working Paper der Banque de France präsentiert einen innovativen Datensatz, der Finanzanlagen mit demografischen Merkmalen verknüpft. Die Analyse zeigt, dass höhere Bildung mit besseren Portfoliorenditen und einer höheren Risikotoleranz einhergeht.

Neuer Datensatz entschlüsselt Haushaltsfinanzen

Das Papier stellt einen neuartigen Datensatz vor, der detaillierte Informationen zu Finanzanlagen aus den Security Holdings Statistics (SHS) mit Haushaltsmerkmalen der Household Finance and Consumption Survey (HFCS) kombiniert.

Dieser ermöglicht es, den Zusammenhang zwischen Portfoliorenditen, Risiko und dem Bildungsniveau zu untersuchen.

Eine nicht-parametrische Analyse für Irland zeigt eine robuste Verbindung zwischen Bildungsgrad und Renditen.

Haushalte mit höherer Bildung weisen eine höhere Risikotoleranz auf und strukturieren ihre Portfolios so, dass sie in Phasen erhöhten positiven Risikos größere Gewinne erzielen, sind aber auch anfälliger für Verluste in schwierigen Zeiten.

Diese Ergebnisse bestätigen sich auch in einem Länderpanel und sind robust gegenüber unbeobachteten Faktoren und makrofinanziellen Kontrollen.

Bildung als Schlüssel zur Finanzmarktteilhabe

Die disaggregierten Informationen über die Finanzanlagen von Haushalten sind entscheidend, um aufkommende Risiken zu identifizieren und die Ausbreitung von Schocks über verschiedene Haushaltstypen hinweg zu verstehen.

Diese Erkenntnisse sind direkt relevant für aktuelle europäische Politikdebatten.

Angesichts der Tatsache, dass europäische Haushalte im Vergleich zu den USA deutlich weniger risikoreiche Portfolios halten, zielt die Initiative zur Spar- und Investitionsunion (SIU) darauf ab, die Kapitalmarktteilhabe durch breitere Anlagemöglichkeiten und verbesserte Finanzkompetenz zu fördern.

Finanzielle Bildung ist ein wichtiger Hebel zur Steigerung der Partizipation, was die Notwendigkeit detaillierter Daten auf Haushaltsebene für eine effektive Politikgestaltung unterstreicht.

Datenlücke geschlossen, Politik gestärkt

Die neue Datenperspektive schließt eine seit Langem bestehende Forschungslücke im Bereich der Haushaltsfinanzen.

Sie liefert nicht nur empirische Belege für den Einfluss von Bildung auf Anlagestrategien, sondern bietet auch eine fundierte Basis für die Gestaltung gezielter politischer Maßnahmen.

Damit wird die Fähigkeit von Zentralbanken und Regulierungsbehörden, Finanzstabilität zu gewährleisten und die Kapitalmarktteilhabe zu fördern, signifikant verbessert.