US-Inflation: Nachfrage und Angebot treiben Risiken
Eine neue Studie der Banque de France analysiert die US-Inflation und das Wachstumsrisiko von 1981 bis 2024. Sie trennt Angebots- und Nachfragetreiber und verfolgt Stagflationsängste.
Neue Methode für Inflations- und Wachstumsrisiken
Die Studie nutzt Umfragen professioneller Prognostiker, um ein Rahmenwerk zur gemeinsamen Bewertung von Inflations- und Wachstumsrisiken in den USA zu entwickeln.
Diese Umfragen erfassen die volle Verteilung erwarteter zukünftiger Inflation und Wachstumsraten, was besonders in Phasen hoher Unsicherheit nützlich ist.
Mittels eines dynamischen Faktormodells, das Unsicherheit und Asymmetrie über die Zeit hinweg berücksichtigt, werden Nachfrage- und Angebotsfaktoren identifiziert.
Nachfrageschocks bewegen Inflation und reale Aktivität in die gleiche Richtung, während Angebotsschocks sie in entgegengesetzte Richtungen verschieben.
Die Analyse der Form der Prognoseverteilungen verfeinert diese Identifikation, indem beispielsweise steigende Abwärtsrisiken für das Wachstum bei gleichzeitig steigenden Inflationsrisiken auf angebotsseitigen Stress hindeuten.
Dies ermöglicht ein klares Bild der Kräfte, die Preise und Output formen.
Nachfrage und Angebot im Post-Pandemie-Mix
Die Analyse vierteljährlicher US-Daten von 1981 bis zum ersten Quartal 2024 zeigt, dass sich die treibenden Kräfte der Wirtschaft erheblich verschoben haben.
Vor der Großen Rezession und erneut seit der Pandemie spiegelt die Output-Lücke eine Kombination aus Angebots- und Nachfragefaktoren wider.
Zwischen 2008 und 2020 wurde sie hingegen hauptsächlich von der Nachfrage getrieben.
Die Periode 2022-24 weist auf einen starken Anstieg der zyklischen Preiskomponente hin, der hauptsächlich auf negative Angebotsschocks zurückzuführen ist.
Dies stützt die Ansicht, dass ein Teil des Inflationsanstiegs nach der Pandemie auf temporäre Lieferkettenstörungen zurückgeht.
Gleichzeitig hat sich der zugrunde liegende Inflationstrend verstärkt, was auf das Vorhandensein hartnäckigerer Kräfte hindeutet, die größtenteils mit einer starken Nachfrage verbunden sind.
Stagflation: Ein wiedererwachtes Gespenst
Die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation, definiert als Inflation über 4 Prozent und negatives BIP-Wachstum, stieg 2022 stark an.
Dies markiert einen signifikanten Wandel nach drei Jahrzehnten, in denen das Stagflationsrisiko nahe null lag.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeiten noch unter den Höchstständen der frühen 1990er Jahre liegen, ist der Anstieg bemerkenswert und signalisiert eine neue Unsicherheit für die Geldpolitik.
Quelle: US inflation and growth risk through expert eyes
IN: