70 Jahre Daten zeigen: Globale Assetpreise synchronisieren, Realwirtschaft entkoppelt sich
Eine neue Studie der Banque de France (BDF) enthüllt, dass die wachsende Synchronisation der Weltwirtschaft hauptsächlich Assetpreise betrifft. Im Gegensatz dazu bleibt die globale Synchronisation von Variablen wie BIP und Kredit gering und hat sich seit der globalen Finanzkrise sogar verstärkt entkoppelt.
Preise synchron, Mengen entkoppelt
Die empirische Analyse der BDF-Ökonomen Antoine Camous, Eric Monnet und Damien Puy offenbart eine deutliche Divergenz: Die Synchronisation von Preisvariablen (Inflation, Aktienkurse, Anleiherenditen) ist wesentlich höher als die von Mengenvariablen (BIP, Kredit).
Weltzyklen erklären einen viel größeren Anteil der Varianz des Wachstums von Preisen als von BIP und Kredit.
Dies bedeutet, dass Assetmärkte global stark synchronisiert sind, während reale Volkswirtschaften zwar einen gemeinsamen Zyklus teilen, dieser aber nur einen geringeren Anteil ihrer Schwankungen erklärt.
Die Untersuchung basiert auf einem neuen vierteljährlichen makrofinanziellen Datensatz, der über 40 Länder und den Zeitraum von 1950 bis 2019 abdeckt.
Offenheit mit divergenten Effekten
Die Studie verfolgt die Synchronisation dieser Variablen über die Zeit.
Seit den 1950er Jahren hat die Synchronisation der Assetpreise stetig zugenommen, während die von BIP und Kredit stabil blieb und nach der globalen Finanzkrise sogar abnahm.
In 'normalen' Zeiten erklärt der Weltzyklus weniger als 20 Prozent der Varianz des inländischen BIP-Wachstums im Medianland.
Handelsintegration ist mit einem höheren Beitrag des Weltzyklus zu inländischen Schwankungen bei Aktivität und Assetpreisen verbunden.
Finanzielle Integration hingegen führt zu einer stärkeren Koinzidenz der Assetpreise mit dem Weltfinanzzyklus, aber zu einer schwächeren Koinzidenz der Aktivität mit dem Weltwirtschaftszyklus.
Geldpolitik vor neuem Dilemma
Diese Entkopplung von Preisen und Mengen stellt konventionelle geldpolitische Ansätze vor Herausforderungen.
Die Inflation wird zunehmend von globalen Faktoren getrieben, während die Aktivität weitgehend von inländischen Trends bestimmt bleibt, was die gleichzeitige Stabilisierung beider Ziele erschwert.
Zentralbanken müssen daher bei der Gewichtung von Inflations- und Aktivitätsstabilisierung stärker berücksichtigen, ob die bestimmenden Faktoren national oder international sind.