Panetta: Geopolitische Spannungen trüben Wirtschaftsausblick
BDI Speech Read in English

Panetta: Geopolitische Spannungen trüben Wirtschaftsausblick

Banca d'Italia Gouverneur Fabio Panetta warnt vor einer rapiden Verschlechterung des internationalen Umfelds. Der Nahostkonflikt und steigende Energiepreise belasten die globalen Wachstumsaussichten und befeuern die Inflation.

Nahostkonflikt befeuert Inflation und Unsicherheit

Das internationale Umfeld war 2025 von erhöhten wirtschaftlichen und geopolitischen Spannungen geprägt, die sich Anfang 2026 dramatisch verschärften.

Der Konflikt im Nahen Osten, der im Frühjahr 2025 begann, eskalierte zu einer weitreichenden militärischen Konfrontation.

Dies führte zu einem nahezu vollständigen Stillstand der Exporte durch die Straße von Hormus und erheblichen Schäden an der Energieinfrastruktur.

Die unmittelbare Folge war ein starker Anstieg der Öl- und Gaspreise, der die Wachstumsaussichten schwächt und erneuten Inflationsdruck erzeugt.

Die EZB hatte 2025 die Leitzinsen um 100 Basispunkte gesenkt und den Einlagenzins bei 2 Prozent belassen, doch die neuen Projektionen sehen die Inflation 2026 über dem Zielwert und das Wachstum niedriger als zuvor geschätzt.

Goldreserven und Bilanzgewinne stützen Banca d'Italia

Die Banca d'Italia verzeichnete 2025 einen Bruttogewinn von rund 3 Milliarden Euro, eine Verbesserung um über 10 Milliarden Euro gegenüber den Vorjahren.

Dies ist hauptsächlich auf den Rückgang der Leitzinsen und die Verkleinerung der Bilanz zurückzuführen, die das Nettozinsergebnis deutlich verbesserten.

Die Bilanz der Banca d'Italia wuchs 2025 um rund 10 Milliarden Euro, hauptsächlich durch nicht realisierte Gewinne aus Goldreserven in Höhe von 91 Milliarden Euro.

Ein 2026 eingeführtes Gesetz stellt klar, dass die Goldreserven dem italienischen Volk gehören, was jedoch die Aufgaben der Banca d'Italia nicht ändert.

Die EZB hält ihre Leitzinsen im März unverändert und betont einen datenabhängigen Ansatz.

Gefährliche Gemengelage trotz starker Ausgangslage

Die Rede Panettas zeichnet ein besorgniserregendes Bild einer Welt, in der geopolitische Konflikte die mühsamen Erfolge der Inflationsbekämpfung zunichtemachen könnten.

Obwohl die EZB geldpolitisch besser positioniert ist als 2022, bleibt die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale real.

Für die Banca d'Italia bedeutet dies, inmitten globaler Turbulenzen Stabilität zu gewährleisten und gleichzeitig interne Reformen voranzutreiben.

Quelle: Address by the Governor Fabio Panetta

IN: