Italiens Leistungsbilanzüberschuss steigt auf 32,9 Mrd. Euro
Italiens Leistungsbilanz verzeichnete in den zwölf Monaten bis April 2026 einen Überschuss von 32,9 Milliarden Euro. Dies entspricht 1,4 Prozent des BIP und übertrifft den Vorjahreswert von 18,0 Milliarden Euro.
Primäreinkommen treibt Überschuss
In den zwölf Monaten bis April 2026 erreichte Italiens Leistungsbilanz einen Überschuss von 32,9 Milliarden Euro, was 1,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht.
Dies stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahreszeitraum dar, in dem der Überschuss 18,0 Milliarden Euro betrug.
Haupttreiber dieser Entwicklung war die Rückkehr des Primäreinkommens in den Überschussbereich, das von einem Defizit von 4,4 Milliarden Euro auf einen Überschuss von 3,4 Milliarden Euro anstieg.
Auch der Warenüberschuss weitete sich von 47,1 Milliarden Euro auf 54,8 Milliarden Euro aus.
Der Sekundäreinkommensdefizit verringerte sich leicht von 19,1 Milliarden Euro auf 18,6 Milliarden Euro, was ebenfalls positiv beitrug.
Lediglich die Dienstleistungsbilanz verschlechterte sich und verzeichnete ein Defizit von 6,7 Milliarden Euro, nach einem Defizit von 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr.
Diese Komponenten zeigen die vielfältigen Dynamiken, die zur Gesamtverbesserung der Leistungsbilanz beigetragen haben.
Auslandsvermögen wächst weiter
Die Finanzierungsbilanz Italiens zeigte in den zwölf Monaten bis April 2026 Nettoerwerbe von Auslandsvermögen in Höhe von 45,5 Milliarden Euro, ein leichter Anstieg gegenüber 44,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.
Positive Salden bei Direktinvestitionen (37,4 Milliarden Euro), 'sonstigen Investitionen' (34,7 Milliarden Euro) und den offiziellen Währungsreserven (2,5 Milliarden Euro) wurden nur teilweise durch negative Salden bei Portfolioinvestitionen (minus 26,8 Milliarden Euro) und Finanzderivaten (minus 2,3 Milliarden Euro) ausgeglichen.
Im April 2026 stiegen die Auslandsvermögen der italienischen Residenten um 13,3 Milliarden Euro, hauptsächlich durch Portfolioinvestitionen im Ausland.
Gleichzeitig erhöhten sich Italiens Auslandsverbindlichkeiten um 2,1 Milliarden Euro, primär durch ausländische Käufe italienischer Wertpapiere.
Starke Zahlen, bekannte Schwächen
Die aktuellen Zahlen der Banca d'Italia zeichnen ein robustes Bild der italienischen Außenwirtschaft, insbesondere durch den gestiegenen Leistungsbilanzüberschuss.
Dennoch bleiben die anhaltenden Defizite im Dienstleistungsbereich und die negativen Portfolioinvestitionen ein struktureller Schwachpunkt, der weitere Aufmerksamkeit erfordert.
Während die Gesamtentwicklung positiv ist, deuten diese Details auf eine weiterhin notwendige Diversifizierung und Stärkung der Exportbasis hin.