Italiens Leistungsbilanzüberschuss steigt auf 30,1 Milliarden Euro
Italiens Leistungsbilanzüberschuss erreichte in den zwölf Monaten bis Januar 2026 30,1 Milliarden Euro, ein deutlicher Anstieg gegenüber 21,1 Milliarden im Vorjahr. Dies entspricht 1,3 Prozent des BIP.
Primäreinkommen treibt Überschuss an
Der Anstieg des Leistungsbilanzüberschusses um 9 Milliarden Euro wurde hauptsächlich durch eine Verbesserung der Primäreinkommensbilanz getragen, die von einem Defizit von 6,5 Milliarden Euro auf einen Überschuss von 3,8 Milliarden Euro wechselte.
Auch die Güterbilanz trug positiv bei und stieg leicht von 52,0 Milliarden Euro auf 52,7 Milliarden Euro.
Diese positiven Entwicklungen übertrafen die größeren Defizite im Dienstleistungsbereich, der von 4,8 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro anstieg, und bei den Sekundäreinkommen, die sich von 19,6 Milliarden Euro auf 20,9 Milliarden Euro verschlechterten.
Die Daten unterstreichen eine robuste externe Position Italiens, die maßgeblich von den Erträgen aus Investitionen und dem Warenhandel profitiert.
Finanzkonto zeigt Nettoerwerb von Auslandsvermögen
Im gleichen Zwölfmonatszeitraum bis Januar 2026 verzeichnete das Finanzkonto Nettoerwerbe von Auslandsvermögen in Höhe von 29,6 Milliarden Euro, was einen Rückgang gegenüber den 53,6 Milliarden Euro des Vorjahreszeitraums darstellt.
Positive Salden bei Direktinvestitionen (8,9 Milliarden Euro), offiziellen Reserven (2,5 Milliarden Euro) und insbesondere bei 'sonstigen Anlagen' (45,9 Milliarden Euro) wurden teilweise durch negative Salden bei Portfolioinvestitionen (minus 24,5 Milliarden Euro) und Finanzderivaten (minus 3,1 Milliarden Euro) kompensiert.
Im Januar 2026 allein stiegen die Auslandsvermögen der in Italien ansässigen Personen um 33,8 Milliarden Euro, während die Auslandsverbindlichkeiten um 31,2 Milliarden Euro zunahmen, hauptsächlich durch Käufe italienischer Wertpapiere durch Nichtansässige.
Starke Exportkraft, aber Kapitalabflüsse
Der robuste Leistungsbilanzüberschuss unterstreicht Italiens starke externe Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere im Güter- und Primäreinkommensbereich.
Jedoch deutet der deutliche Rückgang der Nettoerwerbe von Auslandsvermögen auf dem Finanzkonto auf eine Verschiebung der Kapitalströme hin, die möglicherweise inländische Investitionsmöglichkeiten oder ein geringeres Vertrauen im Ausland widerspiegelt.
Diese Dynamik erfordert eine genaue Beobachtung, da anhaltende Kapitalabflüsse trotz der positiven Handelsbilanz die langfristigen Wachstumsaussichten beeinträchtigen könnten.