BDI: Finanzstabilitätsrisiken durch Instrumente gering
Die Banca d'Italia bewertet regelmäßig Risiken durch Finanzinstrumente. Trotz gestiegener Volumina komplexer Wertpapiere und Derivate bleiben die Risiken für die Finanzstabilität gering.
Volumen komplexer Instrumente steigt, Risiko bleibt gering
Die Banca d'Italia (BDI) hat ihre regelmäßige Risikobewertung für Finanzinstrumente in Italien veröffentlicht.
Im Jahr 2025 stieg das Volumen komplexer Wertpapiere und Derivate, die Risiken für die Finanzstabilität blieben jedoch gering.
Die ausstehenden Schuldverschreibungen in Italien beliefen sich Ende 2025 auf 3.189 Mrd. Euro, wovon 15 Prozent (480 Mrd. Euro) als komplex galten.
Darunter waren Verbriefungen (46 Prozent), Zertifikate (19 Prozent) und strukturierte Anleihen (9 Prozent) am bedeutendsten.
Italienische Haushalte hielten 78 Mrd. Euro an komplexen Schuldverschreibungen, ein Anstieg um 3,6 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr, wobei Zertifikate mit 59 Mrd. Euro den größten Anteil ausmachten.
Der Nominalwert komplexer Derivate stieg 2025 signifikant um 28 Prozent auf 880 Mrd. Euro, hauptsächlich getrieben durch Credit Default Swaps (517 Mrd. Euro, +42 Prozent) und Swaptions (243 Mrd. Euro, +14 Prozent).
Diese Derivate sind nicht in den Portfolios der Haushalte enthalten.
Zertifikate und Derivate im Detail
Die BDI-Analyse umfasste auch Daten von Ende 2024.
Damals beliefen sich die komplexen Schuldverschreibungen in Italien auf 440 Mrd. Euro, wovon Haushalte 75 Mrd. Euro hielten.
Dies war ein Anstieg um 5 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr, hauptsächlich durch Zertifikate.
Diese stiegen 2024 um 10 Mrd. Euro, wobei 57 Prozent einen vollständigen oder teilweisen Kapitalschutz boten.
Obwohl Zertifikate das Risiko-Rendite-Profil diversifizierter Portfolios verbessern können, sind sie jedoch komplexe Instrumente, deren Wert schwer einzuschätzen ist und die in ungünstigen Szenarien zu erheblichen Verlusten führen können.
Strukturierte Anleihen sind hingegen seit 2011 von 181 Mrd. Euro auf 33 Mrd. Euro Ende 2024 gesunken.
Der Nominalwert komplexer Derivate betrug Ende 2024 684 Mrd. Euro.
Stabilität trotz Komplexität
Die BDI-Bewertung zeichnet ein beruhigendes Bild geringer Risiken trotz zunehmender Komplexität.
Die inhärente Intransparenz und das Potenzial für schnelle Wertschwankungen bei komplexen Instrumenten erfordern jedoch ständige Wachsamkeit, insbesondere angesichts ihrer Präsenz in den Portfolios der Haushalte.
Die regelmäßige Überprüfung ist daher unerlässlich, um potenzielle Systemrisiken frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.