Digitaler Euro ergänzt Bargeld: BDI baut Kernplattform
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Digitaler Euro ergänzt Bargeld: BDI baut Kernplattform

Chiara Scotti, Vize-Generaldirektorin der Banca d'Italia, stellte den digitalen Euro vor. Sie betonte, er werde Bargeld ergänzen und nicht ersetzen, und kündigte eine führende Rolle der BDI beim Aufbau der Kernplattform an.

BDI baut das Herzstück der Infrastruktur

Chiara Scotti, Vize-Generaldirektorin der Banca d'Italia (BDI), stellte den digitalen Euro als eine öffentliche, europäische und für Basisdienste kostenlose digitale Form des Euro vor.

«Der digitale Euro ersetzt das Bargeld nicht, sondern überträgt dessen Eigenschaften – Einfachheit, Zuverlässigkeit, Zugänglichkeit, breite Akzeptanz, öffentliche Natur des Geldes – in die digitale Welt», erklärte Scotti.

Ein zentrales Element ist der Digital Euro Access Number (DEAN), vergleichbar mit einer IBAN, der es Bürgern ermöglicht, den Zahlungsdienstleister zu wechseln, ohne die Kontonummer zu verlieren.

Dies fördert den Wettbewerb und die Wahlfreiheit der Verbraucher.

Scotti betonte die führende Rolle der BDI beim Aufbau der Digital Euro Service Platform (DESP), der Kerninfrastruktur für die sichere und Echtzeit-Abwicklung aller digitalen Euro-Transaktionen.

Diese Rolle basiere auf über zwanzig Jahren Erfahrung der BDI im Aufbau und Management von Zahlungsinfrastrukturen für das gesamte Eurosystem.

Inklusiv, sicher, souverän

Der digitale Euro wird von Anfang an auf Inklusivität ausgelegt sein.

Die EZB arbeitet hierfür mit der spanischen Fondazione Once zusammen, um sicherzustellen, dass das Design des digitalen Euro auch für Menschen mit Seh-, Motorik- oder kognitiven Beeinträchtigungen vollständig nutzbar ist.

Scotti stellte zudem klar, dass der digitale Euro fundamental anders ist als Stablecoins und Krypto-Assets.

Letztere seien hochriskante Anlageinstrumente und keine Währung im eigentlichen Sinne.

Der digitale Euro hingegen sei von der Europäischen Zentralbank ausgegebenes Zentralbankgeld und genieße denselben Status wie Banknoten.

Er diene auch dem Schutz der europäischen Währungssouveränität und der wirtschaftlichen Sicherheit der Eurozone.

Wichtiger Schritt zur digitalen Souveränität

Die Einführung des digitalen Euro ist ein strategisch wichtiger Schritt, um die europäische Währung in der digitalen Ära zu verankern und ihre Souveränität zu sichern.

Durch die Betonung von Inklusivität und Wettbewerb adressiert das Projekt zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedürfnisse.

Es bietet eine öffentliche, vertrauenswürdige Alternative zu privaten digitalen Zahlungsmitteln und stärkt die Resilienz des Finanzsystems.