Italien: Haushaltsvermögen steigt, Ungleichheit nimmt zu
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Italien: Haushaltsvermögen steigt, Ungleichheit nimmt zu

Die Banca d'Italia veröffentlicht experimentelle Statistiken zu den Vermögensverteilungskonten italienischer Haushalte, aktualisiert auf das vierte Quartal 2025. Das Nettovermögen stieg auf 453.000 Euro pro Haushalt, doch die Ungleichheit nahm leicht zu.

Vermögen steigt, Konzentration bleibt

Die Banca d'Italia veröffentlichte experimentelle Statistiken zu den Vermögensverteilungskonten (DWA) italienischer Haushalte, aktualisiert auf das vierte Quartal 2025.

Das Nettovermögen erreichte durchschnittlich 453.000 Euro pro Haushalt, ein leichter Anstieg gegenüber 431.000 Euro im Jahr 2024.

Trotz dieses Wachstums bleibt die Vermögensverteilung hochkonzentriert: Die reichsten 10 Prozent der Haushalte halten 60,6 Prozent des gesamten Nettovermögens.

Die ärmere Hälfte der Haushalte besitzt hingegen nur 7,2 Prozent.

Die Vermögensungleichheit, gemessen am Gini-Index, stieg leicht von 71,5 auf 72,2 im Vergleich zu 2024.

Diese Daten bieten ein detailliertes Bild der Vermögensverteilung über verschiedene Bevölkerungsgruppen und ermöglichen die Analyse ihrer Entwicklung.

Die Erstellung erfolgt vierteljährlich durch Kombination von Daten der Household Finance and Consumption Survey (HFCS) mit nationalen Kontenaggregaten.

Unterschiedliche Portfolios nach Vermögensgruppe

Die Zusammensetzung der Vermögensportfolios variiert erheblich zwischen den Vermögensgruppen.

Für Haushalte in der unteren Hälfte der Verteilung bestehen über 90 Prozent ihrer Vermögenswerte aus Immobilien (73,6 Prozent) und Einlagen (17,5 Prozent).

Dies zeigt eine geringere Diversifizierung und eine stärkere Abhängigkeit von traditionellen Vermögenswerten.

Haushalte in den oberen Vermögensklassen hingegen halten deutlich diversifizierte Portfolios, mit einem signifikanten Anteil an Finanzinstrumenten jenseits von Einlagen.

Diese Diversifizierung bietet in der Regel bessere Risikostreuung und potenziell höhere Renditen, was die Vermögensunterschiede weiter verstärken kann.

Die Analyse der Portfoliozusammensetzung ist entscheidend, um die unterschiedlichen Risikoprofile und Wachstumspotenziale der Haushaltstypen zu verstehen.

Ungleichheit als strukturelles Problem

Die aktuellen Zahlen der Banca d'Italia bestätigen eine strukturelle Vermögenskonzentration, die sich trotz eines allgemeinen Vermögensanstiegs verfestigt.

Die geringe Diversifizierung der unteren Vermögensgruppen macht diese anfälliger für wirtschaftliche Schocks und erschwert den Vermögensaufbau.

Ohne gezielte politische Interventionen zur Förderung breiterer Vermögensbildung wird sich diese Ungleichheit voraussichtlich weiter verschärfen.