Angelini: DLT-Sicherheit erfordert Zentralbankgeld
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Angelini: DLT-Sicherheit erfordert Zentralbankgeld

Banca d'Italia Vize-Gouverneur Paolo Angelini sieht Distributed Ledger Technologien (DLT) als Chance für Finanzmärkte, betont aber die Notwendigkeit von Zentralbankgeld für deren Sicherheit. Er äußert Skepsis gegenüber dem Potenzial vollständig dezentralisierter Finanzsysteme (DeFi).

Die stille Revolution der Finanzmärkte

Die digitale Revolution in der Finanzmarktinfrastruktur hat bereits 'still und leise' stattgefunden, so Paolo Angelini, Vize-Gouverneur der Banca d'Italia.

Er verweist auf die Dematerialisierung von Wertpapieren in den 60ern und den Aufstieg digitaler Handelsplattformen.

Großwert-Zahlungssysteme wie TARGET2, das täglich Transaktionen im Wert von etwa 2,5 Billionen Euro abwickelt, und TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) haben die Effizienz und Sicherheit bereits revolutioniert.

Aktuelle Projekte wie die Konsolidierung von TARGET2 und T2S sowie das Eurosystem Collateral Management System (ECMS) modernisieren die Infrastruktur weiter, um grenzüberschreitende Abwicklungen nahtlos zu ermöglichen.

Diese Entwicklungen bilden das Fundament für die Integration neuer Technologien.

DeFi: Dezentralisierung mit Grenzen

Die Debatte um Distributed Ledger Technologien (DLT) und dezentralisierte Finanzsysteme (DeFi) ist intensiv.

Angelini äußert jedoch Skepsis gegenüber der Annahme, DLTs könnten Finanzintermediäre vollständig ersetzen.

Er argumentiert, dass DeFi-Systeme ab einer gewissen operativen Größe zentrale Infrastrukturen wieder benötigen, was sie anfällig für Cyber- und Betrugsrisiken macht.

Die Banca d'Italia warnt zudem vor den Risiken unregulierter Kryptomärkte und engagiert sich in internationalen Foren zur Definition globaler Regulierungsstandards.

Dennoch erkennt Angelini die nützlichen Eigenschaften von DLTs an, wie die Effizienzsteigerung durch Smart Contracts, und betont das hohe Interesse der Marktteilnehmer.

Sicherheit braucht Zentralbankgeld

Für Zentralbanken ist die Sicherheit der Marktinfrastruktur entscheidend.

Ohne adäquate Lösungen für die Abwicklung von DLT-basierten Token in Zentralbankgeld könnten diese nie das Sicherheitsniveau traditioneller Systeme erreichen.

Die Eurosystem-Initiativen zu Wholesale-CBDCs oder Trigger/Bridge-Lösungen sind daher nicht optional, sondern eine notwendige Bedingung für eine sichere und breite DLT-Adoption.

Quelle: DLT and Stablecoins: Where Do We Stand?

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