Inflation auf 2 Prozent, Eurozone trotzt Handelsschocks
Die EZB hat 2025 die Inflation erfolgreich auf ihr Zwei-Prozent-Ziel zurückgeführt. Trotz geopolitischer Schocks und Handelsbarrieren zeigte die Eurozone eine überraschende Widerstandsfähigkeit mit 1,4 Prozent Wachstum.
Der Weg zum Zwei-Prozent-Ziel
Die EZB hat 2025 die Inflation erfolgreich auf ihr mittelfristiges Zwei-Prozent-Ziel zurückgeführt.
Nach dem größten Inflationsschock seit einer Generation erhöhte die EZB die Leitzinsen zwischen Juli 2022 und September 2023 um rekordverdächtige 450 Basispunkte.
Diese Straffung zeigte Wirkung, und ab Mitte 2024 begann die EZB, die geldpolitische Restriktion schrittweise zurückzufahren.
Anfang 2025 war der Disinflationsprozess auf Kurs.
Ein großer geopolitischer Schock durch US-Zölle bedrohte zwar das Wachstum und erhöhte die Inflationsunsicherheit, doch Europa verzichtete auf Vergeltungsmaßnahmen, und die Euro-Aufwertung dämpfte importierte Preissteigerungen.
Der EZB-Rat konnte die Leitzinsen in vier aufeinanderfolgenden Schritten um insgesamt 100 Basispunkte senken, wodurch der Hauptleitzins bis Juni auf 2,00 Prozent sank.
Jede Entscheidung basierte auf einer datenabhängigen, sitzungsweisen Bewertung von Inflationsaussichten, Kerninflation und Transmissionsstärke.
Binnenwirtschaft trotzt externen Schocks
Die Eurozone zeigte 2025 eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegenüber dem herausfordernden globalen Umfeld.
Das Wachstum von 1,4 Prozent, fast ein Drittel stärker als prognostiziert, wurde vollständig von der Binnennachfrage getragen, welche externe Schocks mehr als ausglich.
Besonders ermutigend war die Entwicklung bei den Investitionen, die durch immaterielle Bereiche wie KI und Digitalisierung sowie gegen Jahresende durch höhere deutsche Verteidigungsausgaben angetrieben wurden.
Ab Juli hielt der EZB-Rat die Zinsen stabil, da die Inflation um das mittelfristige Ziel lag und die Inflationserwartungen gut verankert waren.
Zudem formalisierte der EZB-Rat seine Reaktion auf künftige Schocks durch eine im Juni abgeschlossene geldpolitische Strategiebewertung, die das symmetrische Zwei-Prozent-Ziel bekräftigte und die Berücksichtigung von Risiken und Unsicherheiten betonte.
Glaubwürdigkeit gestärkt, Lehren gezogen
Der Jahresbericht 2025 zeichnet das Bild einer EZB, die in einem turbulenten Umfeld erfolgreich agierte und ihre Glaubwürdigkeit stärkte.
Die Rückkehr der Inflation zum Ziel und die Resilienz der Eurozone sind ein klares Zeugnis für die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.
Gleichzeitig zeigt die Strategiebewertung, dass die Zentralbank aus den jüngsten Krisen gelernt hat und für künftige Herausforderungen gut aufgestellt ist.
Quelle: ECB Annual Report for 2025
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