EZB-Umfrage: Inflations- und Zins-Erwartungen steigen im Dezember
Die EZB-Verbrauchererwartungsumfrage zeigt für Dezember 2025 einen Anstieg der kurz- und langfristigen Inflationserwartungen. Auch die Erwartungen für Hypothekenzinsen und Hauspreise zogen an, während das Einkommenswachstum gedämpft wird.
Inflationserwartungen ziehen auf breiter Front an
Die mediane Wahrnehmung der Inflation über die letzten zwölf Monate stieg im Dezember auf 3,2 Prozent, nach 3,1 Prozent im Vormonat.
Auch die Inflationserwartungen für drei Jahre im Voraus erhöhten sich von 2,5 auf 2,6 Prozent, und für fünf Jahre im Voraus von 2,2 auf 2,4 Prozent.
Die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate blieben hingegen unverändert bei 2,8 Prozent.
Die Unsicherheit bezüglich der kurzfristigen Inflationserwartungen blieb stabil.
Haushalte in den unteren Einkommensquintilen berichteten weiterhin durchschnittlich höhere Inflationswahrnehmungen und kurzfristige Erwartungen als jene in höheren Einkommensgruppen, ein Trend, der seit 2023 beobachtet wird.
Jüngere Befragte (18-34 Jahre) gaben durchweg niedrigere Inflationswahrnehmungen und -erwartungen an als ältere Altersgruppen (35-54 und 55-70 Jahre).
Wirtschaftsausblick und Immobilienmarkt: Gemischte Signale
Die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten wurden weniger negativ und stiegen im Dezember auf -1,1 Prozent, von -1,3 Prozent im November.
Die Erwartungen für die Arbeitslosenquote in zwölf Monaten erhöhten sich leicht auf 11,0 Prozent, von 10,9 Prozent.
Dies deutet auf einen weitgehend stabilen Arbeitsmarktausblick hin.
Die Verbraucher erwarten zudem einen Anstieg der Hauspreise um 3,6 Prozent in den nächsten zwölf Monaten, nach 3,4 Prozent im November.
Die Erwartungen für Hypothekenzinsen stiegen leicht auf 4,7 Prozent, von 4,6 Prozent im Vormonat.
Der Anteil der Haushalte, die eine Verschärfung des Kreditzugangs in den letzten zwölf Monaten meldeten, ging weiter zurück.
Inflationsdruck bleibt spürbar
Die EZB-Umfrage zeigt, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher auf allen Zeithorizonten wieder anziehen, was die 'letzte Meile' im Kampf gegen die Teuerung erschwert.
Besonders die steigenden Zins- und Hauspreiserwartungen könnten den Konsum belasten und die geldpolitische Straffung weiter rechtfertigen.
Für die EZB bedeutet dies, dass der Druck für eine vorsichtige Haltung bei zukünftigen Zinsentscheidungen bestehen bleibt.