Bankenaufsicht: EZB vereinfacht interne Modellprüfung
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Bankenaufsicht: EZB vereinfacht interne Modellprüfung

Die Europäische Zentralbank (EZB) vereinfacht die Prüfung von Bankenmodellen für Kreditrisiken. Ab dem 1. Oktober 2026 ermöglicht sie eine schnellere Umsetzung von Modelländerungen durch eine Ex-post-Bewertung.

Vom Ex-ante zum Ex-post-Ansatz

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt die Bewertung von Änderungen an den internen Modellen der Banken für Kreditrisiken um.

Statt einer Ex-ante-Prüfung erfolgt diese nun Ex-post, was den Genehmigungsprozess für Banken beschleunigt und planbarer macht.

Dies erlaubt Finanzinstituten, Modelländerungen rasch umzusetzen, ohne alte und neue Modelle parallel führen zu müssen.

Die Neuerung tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft.

Voraussetzung ist, dass die interne Kontrollfunktion der Bank die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen glaubhaft bestätigt.

Bei Modelländerungen, die zu geringeren Risikogewichten führen, wird ein Mindestwert (Floor) angewendet, der erst nach einer gründlichen Vor-Ort-Prüfung durch die EZB aufgehoben werden kann.

Dies sichert die Widerstandsfähigkeit der Banken.

Vertrauen in Modelle ermöglicht gezielte Aufsicht

Die Reform ist Teil der EZB-Agenda zur Straffung der Bankenaufsicht und baut auf jahrelanger Arbeit auf, die die Zuverlässigkeit und Konsistenz interner Bankenmodelle verbessert hat.

Insbesondere die Targeted Review of Internal Models (TRIM) von 2016 bis 2021 und das Reparaturprogramm der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) haben das Vertrauen in diese Modelle gestärkt.

Dies ermöglicht der EZB nun eine gezieltere und risikobasierte Überwachung.

Vor-Ort-Prüfungen werden künftig primär bei höheren Risiken durchgeführt, statt automatisch bei jeder materiellen Modelländerung.

Zudem hat die EBA eine überarbeitete technische Regulierungsnorm veröffentlicht, die die Materialitätskriterien neu kalibriert und die Anzahl der als materiell eingestuften Änderungen reduziert.

Gezielter, aber nicht risikofrei

Die EZB-Reform verspricht Bürokratieabbau und schnellere Prozesse für Banken, was grundsätzlich positiv ist.

Dennoch birgt die Verlagerung der Prüfung auf Ex-post-Basis das Risiko, dass Probleme erst nach der Implementierung entdeckt werden.

Die Wirksamkeit der internen Kontrollfunktionen und der nachträglichen Vor-Ort-Prüfungen wird entscheidend sein, um die Finanzstabilität weiterhin zu gewährleisten.