Italiens Plan 4.0: Hohe Investitionen, wenig Produktivitätsplus
Italiens 'Transition 4.0 Plan' mobilisierte 2020-2023 rund 60 Milliarden Euro an Investitionen durch Steuergutschriften. Eine Studie der Banca d'Italia zeigt positive Effekte auf Investitionen, aber kaum auf Beschäftigung und Produktivität.
Investitionsschub durch Steuergutschriften
Der italienische 'Transition 4.0 Plan' hat zwischen 2020 und 2023 Steuergutschriften von rund 35 Milliarden Euro ausgelöst, wovon etwa 27 Milliarden Euro (80 Prozent) auf Investitionen in technologisch fortschrittliche Sachanlagen entfielen.
Insgesamt wurden über 157.000 Investitionsinitiativen in 4.0-Sachanlagen mit einem Gesamtvolumen von rund 60 Milliarden Euro durchgeführt.
Die empirische Analyse der Banca d'Italia zeigt einen positiven und statistisch signifikanten Einfluss auf die Investitionsquoten von Unternehmen aller Größenklassen.
Die geschätzte Steigerung der Investitionsquote reicht von etwa 0,4 Prozentpunkten für Großunternehmen bis zu 0,7 Prozentpunkten für mittelständische Unternehmen, 1,5 Prozentpunkten für kleine Unternehmen und zwischen 3,5 und 4 Prozentpunkten für Kleinstunternehmen.
Dies entspricht einer Steigerung von 12 bis 71 Prozent gegenüber einer Ausgangsinvestitionsquote von etwa 5 Prozent.
Jeder Euro an Steuergutschrift mobilisierte dabei schätzungsweise zwischen 1,5 und 2 Euro an Gesamtinvestitionen in Sachanlagen, was die Rolle der Maßnahme bei der Kapitalakkumulation unterstreicht.
Begrenzte Effekte auf Jobs und Produktivität
Die Auswirkungen des Plans auf den Arbeitsmarkt waren begrenzter und heterogener.
Ein positiver Effekt auf das Beschäftigungswachstum wurde für Kleinstunternehmen (3 bis 5 Prozentpunkte) und in geringerem Maße für kleine und mittelständische Unternehmen (2 bis 3 Prozentpunkte) festgestellt.
Bei Großunternehmen gab es keine statistisch signifikanten Beschäftigungseffekte.
Insgesamt stieg die Beschäftigung bei den begünstigten Unternehmen um 0,7 bis 3,4 Prozent.
Die Analyse zeigte zudem keine systematischen Veränderungen in der Zusammensetzung der Belegschaft.
Übereinstimmend mit der Investitionsreaktion stieg die Kapitalintensität erheblich an.
Die Produktivitätseffekte blieben jedoch begrenzt: Für größere Unternehmen wurden keine positiven Effekte auf die Produktivität gefunden.
Aus fiskalischer Sicht wurden 4 bis 8 Prozent der Gesamtkosten der Maßnahme durch höhere Einkommensteuereinnahmen teilweise ausgeglichen.
Investition ja, Produktivität nein
Die Studie bestätigt ein bekanntes Muster: Steuergutschriften können Investitionen effektiv ankurbeln und den Kapitalstock erhöhen.
Doch breitere Produktivitätsgewinne bleiben aus, wenn komplementäre Faktoren wie Qualifikationen oder organisatorisches Kapital fehlen.
Für eine nachhaltige Transformation braucht es mehr als nur Kapitalzuschüsse.