Italien benennt USA, UK, Schweiz, Russland als Drittländer
BDI Press Read in English

Italien benennt USA, UK, Schweiz, Russland als Drittländer

Die Banca d'Italia hat die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Russland als wesentliche Drittländer für das italienische Bankensystem identifiziert. Diese jährliche Benennung erfolgt gemäß einer Empfehlung des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) zur Standardisierung der antizyklischen Kapitalpuffer.

Standardisierung für internationale Risiken

Im Dezember 2015 veröffentlichte der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) eine Empfehlung (ESRB/2015/1), um die Entscheidungen der einzelnen Mitgliedstaaten hinsichtlich des antizyklischen Kapitalpuffer-Satzes (CCyB) zu vereinheitlichen.

Dieser Puffer soll bei Bedarf für Engagements gegenüber Gebietsansässigen von Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (sogenannten Drittländern) festgelegt werden.

Die Empfehlung sieht vor, dass die nationalen makroprudenziellen Behörden jährlich jene Drittländer identifizieren, gegenüber denen ihre heimischen Bankensektoren wesentliche Engagements aufweisen.

Ziel ist es, eine kohärente und effektive makroprudenziellen Überwachung grenzüberschreitender Risiken zu gewährleisten und die Finanzstabilität im gesamten Euroraum zu stärken.

Die Identifikation ermöglicht es den Aufsichtsbehörden, potenzielle systemische Risiken aus diesen Engagements frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors zu sichern.

Dies ist ein entscheidender Schritt zur Harmonisierung der Risikobewertung innerhalb der EU.

Vier Länder im Fokus der Banca d'Italia

Die Banca d'Italia hat in diesem Jahr die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Russland als wesentliche Drittländer für das italienische Bankensystem identifiziert.

Diese Benennung erfolgte auf Basis von Daten zum 31. Dezember 2025 und spiegelt die Einschätzung des Vorjahres wider.

Die zugrunde liegenden Kriterien sind in der Entscheidung ESRB/2015/3 festgelegt.

Die Bewertung umfasste drei Metriken: ursprüngliche Engagements, risikogewichtete Engagements und ausgefallene Engagements.

Diese wurden jeweils als Prozentsatz der gesamten Engagements des italienischen Bankensystems gegenüber dem jeweiligen Drittland betrachtet, um deren Materialität präzise zu erfassen.

Kontinuität in der Risikobewertung

Die erneute Benennung dieser vier Länder unterstreicht die anhaltende Relevanz ihrer Wirtschaftsräume für das italienische Bankensystem.

Sie zeigt die konsequente Umsetzung der makroprudenziellen Vorgaben des ESRB zur Sicherung der Finanzstabilität.

Für die Banken bedeutet dies eine fortgesetzte Verpflichtung zur genauen Überwachung und gegebenenfalls Anpassung ihrer Kapitalpuffer.