Neue O-SIIs in Italien identifiziert, Kapitalpuffer angepasst
Die Banca d'Italia hat weitere Bankengruppen als 'Other Systemically Important Institutions' (O-SIIs) identifiziert. Für Monte dei Paschi di Siena und BPER Banca gelten ab dem 1. April 2026 neue Kapitalpuffer von jeweils 0,50 Prozent.
Neue Puffer für Monte dei Paschi und BPER
Die Banca d'Italia hat nach Konsolidierungsoperationen im italienischen Bankensektor zwei weitere Bankengruppen als 'Other Systemically Important Institutions' (O-SIIs) identifiziert: Monte dei Paschi di Siena und BPER Banca. Für diese beiden Institute wird ab dem 1. April 2026 ein O-SII-Kapitalpuffer von jeweils 0,50 Prozent der risikogewichteten Gesamtexpositionen fällig.
Bereits seit dem 1. Januar 2026 gelten für Intesa Sanpaolo und UniCredit Puffer von 1,25 Prozent, für Banco BPM 0,50 Prozent sowie für ICCREA und Banca Nazionale del Lavoro jeweils 0,25 Prozent.
Die neue Identifizierung für Monte dei Paschi di Siena und BPER Banca war notwendig, da die vorherige Bewertung im November 2025 die jüngsten Konsolidierungen nicht berücksichtigen konnte.
Systemrelevanz nach EBA-Kriterien
Die Identifizierung der O-SIIs erfolgt gemäß der Banca d'Italia-Rundverfügung Nr. 285/2013, welche die EU-Richtlinie 2013/36/EU umsetzt.
Diese basiert auf den Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA/GL/2014/10), die vier Kriterien zur Bestimmung der Systemrelevanz festlegen: Größe, Bedeutung für die italienische Wirtschaft, Komplexität und Vernetzung mit dem Finanzsystem.
Die Gesamtpunktzahl für Monte dei Paschi di Siena liegt in der neuen Konfiguration bei 680 Basispunkten, für BPER Banca bei 485 Basispunkten.
Beide überschreiten damit den von der Banca d'Italia verwendeten Schwellenwert von 300 Basispunkten, der die Einstufung als O-SII auslöst.
Regulatorische Anpassung mit Signalwirkung
Die Anpassung der O-SII-Puffer durch die Banca d'Italia ist eine konsequente Reaktion auf die Konsolidierung im italienischen Bankensektor.
Sie unterstreicht die Bedeutung einer kontinuierlichen Überwachung systemrelevanter Institute und sichert die Finanzstabilität durch adäquate Kapitalausstattung.
Für die betroffenen Banken bedeutet dies eine erhöhte Kapitalanforderung, die ihre Widerstandsfähigkeit stärken soll.