Nullverzinsung für Mindestreserven seit September 2023
Die Banca d'Italia (BDI) veröffentlicht eine Übersicht der Zinssätze für Mindestreserven. Seit dem 20. September 2023 wird die Haltung von Mindestreserven nicht mehr verzinst, während die Strafsätze bei Nichteinhaltung variieren.
Keine Verzinsung seit September 2023
Die Banca d'Italia (BDI) hat eine aktualisierte Übersicht der Zinssätze für Mindestreserven veröffentlicht.
Diese zeigt, dass die Haltung von Mindestreserven im Eurosystem seit dem 20. September 2023 nicht mehr verzinst wird.
Diese Änderung, die in den Fußnoten des Dokuments detailliert wird, stellt eine signifikante Anpassung der geldpolitischen Rahmenbedingungen dar.
Zuvor, im Zeitraum vom 21. Dezember 2022 bis zum 19. September 2023, wurde die Verzinsung als gewichteter Durchschnitt der Einlagenfazilitätssätze des Eurosystems über die jeweilige Mindestreserve-Erfüllungsperiode berechnet.
Vor dem 21. Dezember 2022 war die Verzinsung an den gewichteten Durchschnitt der marginalen Zinssätze der Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems gekoppelt.
Die Umstellung auf eine Nullverzinsung hat Auswirkungen auf die Liquiditätssteuerung der Banken und ihre Profitabilität, da sie nun keine Erträge mehr aus der Haltung dieser Pflichtreserven bei der Zentralbank erzielen.
Die Übersicht listet die verschiedenen Wartungsperioden mit ihren Start- und Enddaten sowie die Anzahl der Tage auf, für die die jeweiligen Zinssätze galten.
Strafsätze bei Nichteinhaltung
Neben der Verzinsung der Mindestreserven regelt das Dokument auch die Strafsätze bei Nichteinhaltung der Reservepflichten.
Diese werden als gewichteter Durchschnitt der Zinssätze der Spitzenrefinanzierungsfazilität über die Erfüllungsperiode zuzüglich 2,5 Prozent berechnet.
Die Tabelle zeigt, dass diese Strafsätze in den letzten Perioden zwischen 4,90 Prozent und 7,25 Prozent lagen, was die Bedeutung der Einhaltung der Mindestreservepflichten für die Banken unterstreicht.
Die Mindestreserven dienen dazu, die Liquidität im Bankensystem zu steuern und die geldpolitische Transmission zu unterstützen.
Sie stellen einen Puffer dar, den Banken bei der Zentralbank halten müssen, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten und die geldpolitischen Impulse der Zentralbank effektiv an die Wirtschaft weiterzugeben.
Die Banca d'Italia als Teil des Eurosystems überwacht die Einhaltung dieser Vorgaben.
Implikationen für Banken und Geldpolitik
Die Nullverzinsung der Mindestreserven ist eine klare geldpolitische Botschaft, die Banken zur effizienteren Nutzung ihrer Liquidität anregen soll.
Sie reduziert die Einnahmen der Kreditinstitute aus der Reservehaltung und könnte sie dazu bewegen, überschüssige Mittel stärker in den Markt zu investieren oder Kredite zu vergeben.
Für die Zentralbank bedeutet dies eine präzisere Steuerung der Geldmärkte und eine potenziell stärkere Transmission ihrer geldpolitischen Impulse.
Quelle: Interest rates concerning minimum reserves
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