BDI startet EU-Programm für Westbalkan-Zentralbanken
Die Banca d'Italia hat den Start eines dreijährigen EU-finanzierten Programms zur Stärkung der Zentralbanken im Westbalkan bekannt gegeben. Die Initiative soll die Integration in das Europäische System der Zentralbanken fördern.
Stärkung für den Beitritt
Am 26. Februar 2026 startete bei der Banca d'Italia ein dreijähriges, von der EU finanziertes Programm.
Es zielt darauf ab, Zentralbanken und Bankenaufsichtsbehörden in EU-Beitrittskandidaten und potenziellen Kandidaten aus dem Westbalkan zu unterstützen.
Die Initiative, die auf einem 2025 erfolgreich abgeschlossenen Vorgängerprogramm aufbaut, involviert 19 Zentralbanken des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) sowie die Europäische Zentralbank.
Die Deutsche Bundesbank koordiniert das Programm, das die Europäische Union mit einem Budget von 3 Millionen Euro aus dem Instrument für Heranführungshilfe (IPA III) finanziert.
Chiara Scotti, stellvertretende Gouverneurin der Banca d'Italia, betonte die Schlüsselrolle internationaler technischer Zusammenarbeit bei der Stärkung von Institutionen und dem Aufbau von Vertrauen in Zeiten politischer Spannungen.
Praktische Schritte zur Integration
Giulio Venneri von der Europäischen Kommission hob die zentrale Rolle der Rechtsstaatlichkeit im Erweiterungsprozess hervor und unterstrich den Beitrag des Programms zum Aufbau glaubwürdiger und unabhängiger Zentralbanken.
Martin Dinkelborg von der Deutschen Bundesbank würdigte die Fortschritte der begünstigten Institutionen bei der Annäherung an EU-Standards.
Das Programm umfasst 21 Schulungsveranstaltungen, zwei hochrangige Politik-Workshops und ein Politik-Seminar.
Zusätzlich sind sechs bilaterale Maßnahmen für jede begünstigte Institution vorgesehen.
Die Banca d'Italia wird ein hochrangiges Treffen zu Zahlungssystemen, eine Schulung zu Suptech und vier bilaterale Aktivitäten mit den Zentralbanken Albaniens, Bosnien und Herzegowinas, Kosovos und Serbiens organisieren.
Mehr als nur Technik
Dieses Programm ist ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Finanzstabilität und Governance im Westbalkan.
Es zeigt das anhaltende Engagement der EU für die Region, auch wenn die tatsächliche Integration noch Jahre dauern wird.
Die Fokussierung auf technische Zusammenarbeit ist pragmatisch und effektiv, da sie konkrete Kapazitäten aufbaut und die Annäherung an EU-Standards fördert.