Afrikas Job-Wachstum braucht Infrastruktur und starke Institutionen
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Afrikas Job-Wachstum braucht Infrastruktur und starke Institutionen

Fabio Panetta, Gouverneur der Banca d'Italia, forderte am 4. März 2026 auf einer Konferenz in Rom mehr Arbeitsplätze in Afrika. Er betonte, dass dies Infrastruktur und gute Rahmenbedingungen erfordere.

Demografische Dividende oder Instabilität?

„Die Welt leidet nicht unter einem Mangel an jungen Menschen, die bereit sind zu arbeiten. Sie leidet unter einem Mangel an Arbeitsplätzen, die sie aufnehmen können,“ so Panetta.

Über die nächste Dekade werden rund 1,2 Milliarden junge Menschen in Entwicklungsländern auf den Arbeitsmarkt treten – weit mehr als die aktuelle Job-Schaffung.

Afrika allein wird bis 2050 ein Viertel der Weltjugendbevölkerung beherbergen.

Ob diese demografische Transformation zu einer Dividende oder einer Quelle der Instabilität wird, hängt von unserer Fähigkeit ab, genügend Arbeitsplätze zu schaffen.

Der Gouverneur wies darauf hin, dass der Fortschritt der Globalisierung, der einst Armut reduzierte, durch die Pandemie, Handelsstreitigkeiten, Protektionismus und geopolitische Spannungen fragil geworden ist.

Auch der rasche technologische Wandel, insbesondere KI, gestalte die Produktion und Arbeitsnachfrage neu und schaffe neue Herausforderungen.

Zwei Säulen für nachhaltiges Wachstum

Innovation in mehr und bessere Arbeitsplätze umzuwandeln, erfordert Infrastruktur, digitale Fähigkeiten, Zugang zu Finanzmitteln und glaubwürdige Institutionen.

Viele einkommensschwache Länder stehen vor erheblichen fiskalischen Engpässen, die öffentliche Investitionen in Infrastruktur begrenzen und die Dringlichkeit der Anziehung von Privatkapital verstärken.

Das Freisetzen privater Ressourcen hängt von einem Umfeld ab, in dem Unternehmen investieren, expandieren und Arbeitskräfte aufnehmen können.

Dies ruht auf zwei sich gegenseitig verstärkenden Säulen: produktiver Kapazität und Institutionen.

Panetta hob hervor, dass die Infrastrukturfinanzierungslücke in Entwicklungsländern jährlich über 4 Prozent des BIP beträgt.

Eine bessere Geschäftsregulierung stimuliert Unternehmenseintritte, Investitionen und Beschäftigungswachstum.

Dieser integrierte Ansatz untermauert den Mattei-Plan der italienischen Regierung.

Keine Jobs ohne Fundament

Panettas klare Analyse legt den Finger in eine offene Wunde der globalen Entwicklung.

Die Forderung nach Infrastruktur und starken Institutionen ist überfällig, da sie die fundamentalen Voraussetzungen für nachhaltiges Job-Wachstum bilden.

Ohne diese Grundpfeiler bleiben ambitionierte Pläne wie der Mattei-Plan reine Absichtserklärungen.

Quelle: Introductory remarks

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