Italiens Wachstumsprognose gesenkt, Inflation steigt 2026
Die Banca d'Italia (BDI) hat ihre makroökonomischen Prognosen für Italien bis 2028 veröffentlicht. Sie erwartet ein schwächeres BIP-Wachstum und eine höhere Inflation im Jahr 2026, bedingt durch den Nahostkonflikt.
Wachstum gedämpft, Inflation zieht an
Die Banca d'Italia (BDI) prognostiziert für Italien ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr, gefolgt von 0,8 Prozent im Jahr 2028.
Diese Werte stellen eine Abwärtskorrektur um etwa einen halben Prozentpunkt gegenüber den Dezember-Prognosen dar.
Gleichzeitig wird die Inflation, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), im Jahr 2026 voraussichtlich auf 2,6 Prozent ansteigen, bevor sie 2027 und 2028 wieder knapp unter 2,0 Prozent fällt.
Auch diese Inflationsprognose wurde gegenüber Dezember deutlich nach oben korrigiert, insbesondere für das laufende Jahr.
Hauptursache für diese Entwicklung ist der Nahostkonflikt und die daraus resultierenden Energiepreise.
So werden Ölpreise im zweiten Quartal 2026 bei durchschnittlich 103 US-Dollar pro Barrel und Erdgaspreise bei 55 Euro pro Megawattstunde erwartet.
Nahostkonflikt bremst Binnennachfrage
Die Binnennachfrage in Italien wird durch Energiepreisanstiege, erhöhte Unsicherheit und verschlechtertes Vertrauen gebremst.
Dies schwächt den Konsum durch Realeinkommenseinbußen.
Investitionen in Maschinen und Anlagen werden durch sinkende Rentabilität und höhere Finanzierungskosten gedämpft; Bauinvestitionen profitieren von NRRP-Projekten.
Kurzfristig hemmen schwacher Welthandel und hohe Energiekosten die Exporte.
Die Beschäftigung wird langsamer wachsen, und die Arbeitslosenquote, die Ende 2025 historische Tiefststände erreichte, dürfte in den nächsten drei Jahren leicht ansteigen.
Die Kerninflation, ohne Energie und Nahrungsmittel, soll 2026 bei 2,0 Prozent liegen und danach auf 1,8 Prozent sinken.
Unsicherheit als dominanter Faktor
Die Prognosen der Banca d'Italia spiegeln eine fragile wirtschaftliche Lage wider, die stark von externen Schocks abhängt.
Die Abwärtskorrektur des Wachstums und die höhere Inflationserwartung für 2026 unterstreichen die anhaltende Anfälligkeit Italiens für geopolitische Spannungen.
Ohne eine Entspannung im Nahostkonflikt und eine Stabilisierung der Rohstoffmärkte bleibt der Ausblick für die italienische Wirtschaft von erheblicher Unsicherheit geprägt.