BDI: Neue Forschung zu Geldpolitik, Klima und Banken
BDI Press Read in English

BDI: Neue Forschung zu Geldpolitik, Klima und Banken

Die Banca d'Italia veröffentlicht ihren aktuellen Forschungs-Newsletter mit neuen Working Papers und kommenden Konferenzen. Schwerpunkte liegen auf Geldpolitik, Klimafinanzierung und Migration.

Von Zinsweitergabe bis Klimarisiken

Die Banca d'Italia präsentiert eine Reihe neuer Working Papers, die zentrale wirtschaftliche Fragen beleuchten.

Eine Studie (Nr. 1533) analysiert die Transmission der EZB-Geldpolitik 2022-23 und zeigt, dass Zinserhöhungen weniger stark an Einlagenzinsen weitergegeben wurden als historisch üblich, insbesondere bei Banken mit hoher Marktmacht und hohem Einlagenanteil.

Ein weiteres Papier (Nr. 1531) untersucht die makroökonomischen Effekte der grünen Transformation im Euroraum, insbesondere im Kontext globaler Lieferengpässe bei kritischen Mineralien.

Subventionen für erneuerbare Energien haben demnach expansive Effekte, die jedoch bei fehlender Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen gedämpft werden.

Eine dritte Arbeit (Nr. 1527) führt einen neuen Indikator für die globale Nachfrage nach sicheren Anlagen ein und zeigt, dass 'Safety Switches' von Staatsanleihen mit Wirtschaftszyklen und Staatsverschuldung korrelieren.

Diese Forschung liefert wichtige Einblicke in aktuelle Herausforderungen für Geldpolitik, Finanzstabilität und Klimapolitik.

Fokus auf Migration und digitale Währungen

Die Banca d'Italia richtet in den kommenden Monaten mehrere hochkarätige Konferenzen aus.

Im Juni findet der 'Macro Migration Workshop' statt, der die makroökonomischen Auswirkungen von Migration auf Konjunktur, Arbeitsmarkt und Preisdynamik beleuchtet.

Im September folgt die Konferenz 'Macroeconomic Modelling in Times of Uncertainty', die neue Modellierungsansätze zur Analyse der Effekte steigender Unsicherheit auf Wirtschaft, Geld- und Fiskalpolitik sowie makroökonomische Prognosen diskutiert.

Ein besonderes Highlight ist die '6th Women in Macroeconomics and Finance conference' im Oktober, die neue Forschung von Frauen in der Ökonomie präsentiert.

Eine Podiumsdiskussion wird sich dort dem 'Zukunft des Geldes: digitale Transformation und Zentralbankwesen' widmen, mit Vize-Gouverneurin Chiara Scotti als Teilnehmerin.

Diese Veranstaltungen unterstreichen das Engagement der BDI in aktuellen Forschungsfeldern.

Breite Agenda, klare Prioritäten

Dieser Newsletter demonstriert die beeindruckende Breite der Forschungsagenda der Banca d'Italia, die von traditionellen geldpolitischen Fragen bis hin zu Klimafinanzierung und digitalen Währungen reicht.

Die konsequente Ausrichtung auf empirische Evidenz und internationale Zusammenarbeit ist bemerkenswert und unterstreicht einen fundierten Ansatz für politikrelevante Forschung.

Für die Zentralbank ist dies ein klares Signal, dass sie sich aktiv an der Gestaltung der zukünftigen Wirtschaftsdebatte beteiligt und nicht nur reagiert.