Banca d'Italia: Neue Forschung zu Migration, Digitalwährungen und Bankenrisiken
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Banca d'Italia: Neue Forschung zu Migration, Digitalwährungen und Bankenrisiken

Die Banca d'Italia (BDI) veröffentlicht ihren Forschungs-Newsletter mit Einblicken in Migration, digitale Assets und Bankenrisiken. Er beleuchtet vergangene Workshops, kommende Konferenzen und neue Working Paper.

Von Hirnflucht bis Greenwashing: Aktuelle Forschung

Der aktuelle Forschungs-Newsletter der Banca d'Italia beleuchtet eine Reihe drängender ökonomischer Fragen.

Ein Working Paper (Nr. 1519) zeigt, dass neue Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindungen die Abwanderung von Studierenden aus Universitätsstädten um durchschnittlich 8 Prozent erhöhen, insbesondere im Süden Italiens.

Ein weiteres Papier (Nr. 1518) analysiert die Rolle des Bankensektors bei der Übertragung von Unternehmensrisiken auf die Realwirtschaft und bestätigt die stabilisierende Wirkung von Mindestkapitalanforderungen und antizyklischen Kapitalpuffern.

Besonders relevant ist die Studie Nr. 1514, die eine Methode zur Identifizierung von 'Greenwashing'-Firmen vorschlägt: Unternehmen, die niedrige Emissionen melden, aber wenig verlässliche Umweltdaten liefern.

Diese Firmen profitierten zunächst von niedrigeren Bankkreditzinsen, ein Vorteil, der sich nach der geldpolitischen Straffung 2022-23 jedoch auflöste.

Kommende Workshops widmen sich zudem den 'Makroökonomischen Implikationen der Migration' (19. Juni 2026) und 'Digitalen Assets und Geldpolitischer Transmission' (4. Mai 2026), letzterer in Zusammenarbeit mit der EZB.

Internationale Foren für den Austausch

Der Newsletter beleuchtet auch eine Reihe internationaler Veranstaltungen.

Der 15. Workshop zu Wechselkursen in Ljubljana, gemeinsam organisiert mit Banka Slovenije, BIZ, EZB und Banque Nationale de Belgique, bot ein Forum für innovative Forschung zu FX-Märkten und makrofinanzieller Stabilität.

Philip R. Lane von der EZB hielt die Keynote.

Der 'Gender Economics Workshop' in Rom, veranstaltet von der BDI, brachte führende Forscher zusammen, um Ursachen von Geschlechterungleichheiten am Arbeitsmarkt zu untersuchen.

Eine weitere Konferenz, gemeinsam mit EZB und Weltbank, fokussierte auf Handel, Wertschöpfungsketten und finanzielle Verflechtungen.

Zukünftige Konferenzen behandeln 'Finanzstabilität und Regulierung' (23.-24. März 2026) sowie 'Human Capital' (20. März 2026).

Forschung am Puls der Zeit

Dieser Newsletter unterstreicht die beeindruckende Breite und Relevanz der Forschungsagenda der Banca d'Italia.

Die Fokussierung auf hochaktuelle Themen wie digitale Assets, Klimafinanzierung und Migration zeigt das Engagement der Zentralbank, drängende wirtschaftliche Herausforderungen wissenschaftlich zu fundieren.

Die Ergebnisse bieten konkrete Anknüpfungspunkte für politische Entscheidungsträger und tragen maßgeblich zur öffentlichen Debatte bei.

Quelle: Newsletter on the economic research - 2026

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