KI-Investitionen in US-Rechenzentren aus Makro-Sicht
Eine Studie der Banca d'Italia untersucht den makroökonomischen Fußabdruck von Künstlicher Intelligenz in den USA. Massive Investitionen in Rechenzentren trieben 2025 die US-Wirtschaft an, bergen aber mittelfristig Risiken.
Rechenzentren als Rückgrat des KI-Booms
Künstliche Intelligenz (KI) hat sich ins Zentrum der Debatten gerückt, doch ihr makroökonomischer Fußabdruck ist noch unzureichend verstanden.
Eine Studie der Banca d'Italia beleuchtet, wie die Auswirkungen der KI-Welle in den US-Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen erfasst werden.
Rechenzentren bilden das Rückgrat des KI-Ökosystems und zogen 2025 enorme Investitionen an, um die weltweite Nachfrage nach KI-Diensten zu decken.
Im ersten Dreivierteljahr 2025 befeuerte der Boom bei IT- und KI-bezogenen Investitionsausgaben die aggregierte US-Nachfrage deutlich.
Der Beitrag zum BIP war jedoch begrenzter, da ein hoher Anteil der KI-Hardware importiert wurde.
Einfache Berechnungen deuten darauf hin, dass die Produktion von Dienstleistungen aus neuen KI-Rechenzentren das BIP in naher Zukunft in einem ähnlichen Umfang wie die bisherigen Investitionsausgaben ankurbeln könnte.
Kurze Reinvestitionszyklen und Unsicherheit über die zukünftige KI-Nachfrage können mittelfristig makroökonomische Risiken schüren.
Globale Lieferketten und Messprobleme
Die Quantifizierung des KI-Beitrags ist mit erheblichen methodischen und messungstechnischen Herausforderungen verbunden.
Es ist schwierig, KI-bezogene Aktivitäten in den nationalen Konten zu isolieren, da die gesamte KI-Produktion in breitere Aggregate wie IT-Ausrüstung, Halbleiter und Software eingebettet ist.
Zudem sind unternehmensspezifische Zahlen zu KI-Umsätzen und -Ausgaben selten verfügbar, da große, multiaktive Firmen ihre Finanzdaten über viele Geschäftsbereiche hinweg konsolidieren.
Die Studie konzentriert sich auf die Teile der KI-Wertschöpfungskette, deren Investitionen bereits groß genug sind, um die kurzfristige Wachstumsdynamik zu beeinflussen, insbesondere Investitionen in Rechenzentrums-Infrastruktur und die Bereitstellung von Cloud- und KI-Diensten.
Dabei wird zwischen inländischer Wertschöpfung und Ausgaben für ausländische Produkte unterschieden, da die Herstellung und Montage von Servern und Beschleunigern oft im Ausland stattfindet.
Vielversprechend, aber mit Risiken
Die Studie liefert eine wichtige erste Einschätzung des makroökonomischen Fußabdrucks von KI und beleuchtet die zentrale Rolle von Rechenzentren.
Ihre mechanische Buchhaltungsperspektive ist jedoch bewusst kurzfristig angelegt und abstrahiert von tiefergehenden strukturellen Veränderungen und Finanzierungsfragen.
Dies begrenzt die Aussagekraft für langfristige Prognosen, macht die Arbeit aber zu einem wertvollen Beitrag für das aktuelle Policy-Verständnis.