BDI-Studie: Lohnkostensenkung steigert Profit, nicht Jobs
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BDI-Studie: Lohnkostensenkung steigert Profit, nicht Jobs

Eine Studie der Banca d'Italia (BDI) untersucht das italienische Programm "Decontribuzione Sud". Es reduzierte Sozialabgaben im Süden, steigerte Umsatz und Profit von KMU, aber nicht Beschäftigung oder Löhne.

Profit steigt, Jobs stagnieren

Das 2020 eingeführte Programm "Decontribuzione Sud" (DS) zielte darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Süditalien durch eine erhebliche Senkung der Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber zu verbessern.

Eine aktuelle Studie der Banca d'Italia (BDI) analysiert die Auswirkungen.

Sie zeigt, dass die Reduzierung der Arbeitskosten zwar Umsatz und Rentabilität von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) steigerte, jedoch keinen messbaren Effekt auf Beschäftigung oder Löhne hatte.

Die resultierenden Profitgewinne flossen primär in die Verbesserung der Unternehmensliquidität und nicht in höhere Investitionen.

Die Autoren nutzten administrative Daten und ein Border-Discontinuity-Design, um die Effekte auf Unternehmensebene zu schätzen.

Positive Effekte auf die Einnahmen zeigten sich erst 2023, in einer Phase anhaltend hoher Inflation, was auf Wettbewerbsvorteile durch moderatere Preisanstiege hindeutet.

Regulatorische Hürden und Unsicherheit

Das Programm "Decontribuzione Sud" war von erheblicher regulatorischer Unsicherheit geprägt.

Ursprünglich bis 2029 geplant, hing seine Umsetzung von kurzfristigen Genehmigungen der Europäischen Kommission (EK) im Rahmen temporärer Beihilferahmen ab.

Dies führte zu Verzögerungen und einer vorzeitigen Beendigung der Politik am 31. Dezember 2024, fünf Jahre früher als vorgesehen.

Ständige Anpassungen der Beihilfegrenzen und die Ungewissheit über kurzfristige Verlängerungen schufen ein herausforderndes Umfeld, das langfristige strategische Planung und Einstellungsstabilität beeinträchtigte.

Teurer Effekt ohne Job-Boost

Die Studie bestätigt, dass breit angelegte, nicht an Bedingungen geknüpfte Subventionen ihre primären Beschäftigungsziele oft verfehlen, insbesondere bei hoher regulatorischer Unsicherheit.

Während die Verbesserung der Unternehmensliquidität positiv ist, wirft das Ausbleiben von Investitions- oder Jobanreizen Fragen nach der langfristigen ökonomischen Wirkung des Programms auf.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit gezielterer und stabilerer Fördermaßnahmen, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen.