Italiens Firmen: Waldbrandrisiko steigt um bis zu 11 Prozent
Eine neue Studie der Banca d'Italia analysiert das Waldbrandrisiko für italienische Unternehmen mittels innovativer Gefahrenkarten. Aktuell sind 1,4 Prozent der Firmen exponiert; unter einem +3°C-Klimaszenario steigt dieser Anteil um 11 Prozent, besonders in Süditalien.
Präzise Karten zeigen regionale Hotspots
Eine neue Studie der Banca d'Italia bewertet die Exposition italienischer Unternehmen gegenüber Waldbrandrisiken.
Sie integriert innovative, hochauflösende Gefahrenkarten mit georeferenzierten Firmendaten, um die lokale Exposition, gemessen an der Beschäftigung, präzise zu erfassen.
Diese Analyse zeigt eine deutliche geografische und sektorale Heterogenität: Aktuell sind 1,4 Prozent der italienischen Firmen Waldbrandgefahren ausgesetzt, wobei die Inzidenz in südlichen Regionen wie Apulien, Kampanien und Latium sowie in Sektoren wie Landwirtschaft und Baugewerbe höher ist.
Fast ein Drittel der exponierten Betriebe ist zudem von Erdrutschen betroffen.
Die Studie prognostiziert, dass die Zahl der Waldbrand-exponierten Unternehmensstandorte unter einem +1,5°C-Szenario um 3 Prozent und unter einem +3°C-Szenario um 11 Prozent steigen wird.
Dies verdeutlicht die nicht-lineare Verstärkung klimabedingter Risiken ohne wirksame Anpassungsstrategien.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Integration hochauflösender physischer Risikodaten in wirtschaftliche und politische Rahmenwerke, um Schwachstellen zu überwachen und gezielte Maßnahmen zu ermöglichen.
Klimarisiken im Fokus der Zentralbanken
Waldbrände sind in Europa, besonders im Mittelmeerraum, eine wachsende Gefahr.
Im Jahr 2024 verbrannten europaweit 419.000 Hektar, davon 51.000 in Italien.
Trotz verbesserter Prävention bleibt das Risiko hoch, mit erheblichen Schäden an Infrastruktur und Produktionsstätten.
Zentralbanken integrieren Waldbrandrisiken zunehmend in ihre Stresstests.
Die EZB stellte fest, dass 22 Prozent der Bankenengagements im Euroraum einem hohen physischen Risiko ausgesetzt sind, wobei über die Hälfte auf Waldbrände entfällt.
Der NGFS-Szenario "Disasters and Policy Stagnation" (2026-2027) warnt vor Naturgefahren, die bis 2030 das BIP des Euroraums mindern und die Inflation erhöhen könnten.
Dies betont die Notwendigkeit detaillierter Analysen, da ein spezifischer Regulierungsrahmen für Waldbrandrisiken bei Industrie- und Gewerbeanlagen in Europa noch fehlt.