Italien: NRRP verbessert öffentliche Beschaffung durch Anreize
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Italien: NRRP verbessert öffentliche Beschaffung durch Anreize

Eine neue Studie der Banca d'Italia zeigt, dass Anreize und organisatorische Innovationen die Leistung öffentlicher Verwaltungen in Italien signifikant verbessern. Insbesondere der Nationale Aufbau- und Resilienzplan (NRRP) steigerte die Vergabe öffentlicher Aufträge erheblich.

Anreize beschleunigen Vergabe

Der italienische Nationale Aufbau- und Resilienzplan (NRRP) hat die Vergabe öffentlicher Aufträge in Italien signifikant verbessert.

Eine Studie der Banca d'Italia belegt, dass NRRP-finanzierte Verträge eine um 19 Prozentpunkte höhere Zuschlagswahrscheinlichkeit von 88 Prozent aufweisen als vergleichbare Nicht-NRRP-Verträge.

Zudem erfolgt die Vergabe rund 10 Tage schneller, was einer Beschleunigung von 19 Prozent entspricht.

Diese positive Entwicklung ist maßgeblich auf den leistungsorientierten Ansatz des NRRP zurückzuführen, der klare Konditionalitäten für die Finanzierung an die Erreichung von Projektzielen knüpft.

Auch das Qualifizierungssystem für Vergabestellen spielte eine zentrale Rolle bei der Steigerung der administrativen Leistung.

Der NRRP injizierte nicht nur zusätzliche Mittel, sondern führte auch spezifische Implementierungsmethoden ein, darunter vereinfachte Verfahren und wirtschaftliche Anreize zur Beschleunigung der Projektvergabe.

Diese Innovationen zielten darauf ab, die Effizienz des öffentlichen Sektors bei der Umsetzung von Infrastrukturprojekten zu steigern.

Die Studie analysiert detaillierte Daten zu öffentlichen Ausschreibungen von 2016 bis 2023, kombiniert mit Baufortschrittsdaten, um Vergabe- und Umsetzungsphasen zu untersuchen.

Grenzen der Anreizwirkung

Während der NRRP die Vergabe beschleunigte, zeigen sich in der Ausführungsphase gemischte Ergebnisse.

Eine höhere anfängliche Liquidität, etwa durch Vorauszahlungen an private Auftragnehmer, trug zu einem schnellen Baubeginn bei.

Allerdings konnten die Forscher keine nennenswerten Effekte auf den weiteren Projektfortschritt feststellen.

Dies liegt wahrscheinlich an fehlenden adäquaten Leistungsanreizen für private Akteure im Design des NRRP.

Die Studie warnt davor, dass strukturelle Herausforderungen im Wirtschaftssystem allein durch administrative Maßnahmen schwer zu überwinden sind und eine Ausweitung stärkerer Leistungsanreize auf private Partner erfordern könnten.

Positiv ist, dass keine negativen Spillover-Effekte auf andere Verträge beobachtet wurden.

Gemeinden, die stärker dem NRRP ausgesetzt waren, zeigten sogar eine verbesserte Leistung bei der Vergabe von Nicht-NRRP-Aufträgen, was auf organisatorisches Lernen hindeutet.

Anreize wirken – aber nicht überall

Die Studie bestätigt eindrucksvoll, dass gezielte Anreize und organisatorische Reformen die Effizienz öffentlicher Verwaltungen signifikant steigern können, insbesondere in kritischen Bereichen wie der Auftragsvergabe.

Die fehlende Wirkung in der späteren Ausführungsphase offenbart jedoch eine Schwachstelle im NRRP-Design, da private Akteure offenbar nicht ausreichend motiviert werden.

Dies deutet darauf hin, dass umfassende Reformen sowohl den öffentlichen als auch den privaten Sektor adressieren müssen, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.