Golden Power bremst M&A-Aktivität temporär
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Golden Power bremst M&A-Aktivität temporär

Eine Studie der Banca d'Italia zeigt, dass die italienische Golden-Power-Regulierung die M&A-Aktivität in strategischen Sektoren vorübergehend reduziert hat. Nach einer Phase der Unsicherheit hat sich der Effekt ab 2023 wieder normalisiert.

Re­gu­lie­rungs­ef­fek­te auf Fusionen und Übernahmen

Die italienische Golden-Power-Regulierung, die der Regierung die Befugnis gibt, Unternehmensoperationen in strategischen Sektoren zu prüfen und zu beschränken, hat heterogene Auswirkungen auf Fusionen und Übernahmen (M&A).

Während die M&A-Aktivität in Sektoren, die selten von Interventionen betroffen waren, weitgehend unverändert blieb, verzeichneten jene Bereiche, in denen die Befugnisse tatsächlich ausgeübt wurden, einen signifikanten, aber temporären Rückgang in den Jahren 2021-22. Die Autoren schätzen, dass seit 2020 rund 350 M&A-Operationen ausgeblieben sind, hauptsächlich im verarbeitenden Gewerbe.

Das Verschwinden dieses Effekts ab 2023 deutet darauf hin, dass die regulatorische Unsicherheit für Investoren abgenommen hat, was die prospektiven Kosten reduziert.

Von der Golden Share zur Golden Power

Italien führte die Golden-Power-Regulierung im Jahr 2012 ein, um öffentliche Interessen und die strategische Autonomie des Staates zu schützen.

Diese ersetzte die frühere Golden-Share-Regelung, die von europäischen Gerichten als nicht vereinbar mit der Kapitalverkehrsfreiheit eingestuft worden war.

Ab 2020 wurde der Anwendungsbereich der Golden Power erheblich erweitert, insbesondere im Zuge der Pandemie und geopolitischer Spannungen.

Die Studie analysiert die Entwicklung des Rechtsrahmens und quantifiziert die Auswirkungen auf M&A-Transaktionen mithilfe einer neuen unternehmensspezifischen Datenbank und der Synthetic-Difference-in-Differences-Methode.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Ausweitung der Notifizierungspflichten nicht zu einem proportionalen Anstieg tatsächlicher Regierungsinterventionen führte.

Balanceakt zwischen Schutz und Wachstum

Die Studie beleuchtet den schwierigen Balanceakt zwischen dem Schutz nationaler Interessen und der Förderung von Investitionen.

Obwohl die Golden Power strategische Sektoren absichern soll, kann sie durch administrative Hürden und Unsicherheit M&A-Aktivitäten dämpfen.

Die temporäre Natur des beobachteten Rückgangs unterstreicht die Bedeutung klarer und vorhersehbarer Anwendungspraktiken für das Vertrauen der Investoren.

Für die Politik bedeutet dies, dass Transparenz und eine präzise Definition der Eingriffsgrenzen entscheidend sind, um unerwünschte Nebeneffekte auf produktive und innovative Wirtschaftsbereiche zu minimieren.