Studie: Regulierungskosten bremsen Firmenwachstum
Eine neue Studie der Banca d'Italia von Enrico Miglino und Giacomo Roma quantifiziert die Kosten des Firmenwachstums in Italien. Sie zeigt, dass Regulierungen Unternehmen dazu veranlassen, unterhalb von Größenschwellen zu verharren, um höhere Auflagen zu vermeiden.
Das Paradox der Schwellenwerte
Regulierungen nutzen oft Größenschwellen, um rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen festzulegen.
Die Studie schätzt die Kosten des Firmenwachstums, indem sie misst, wie stark sich Unternehmen knapp unterhalb dieser Schwellen ansammeln, um aufwendigere Regeln zu vermeiden.
Die Forscher identifizieren Regeln, die auf Umsatz, Vermögen und Beschäftigung basieren und ein solches „Bunching“ erzeugen.
Die geschätzten Kosten werden in ein Gewinnmaximierungsmodell eingebettet, um eine verhaltensbezogene Elastizität für jede Variable zu ermitteln.
Die größten Kosten, gemessen am durchschnittlichen Mehrwert für Unternehmen nahe der Schwelle, sind mit dem Verlust einer Pauschalsteuerregelung für Selbstständige verbunden, gefolgt vom Verlust der vereinfachten Buchführung und vierteljährlichen Umsatzsteuerabrechnung.
Auch die obligatorische Bestellung eines Aufsichtsrats und der erhöhte Kündigungsschutz tragen erheblich zu den Kosten bei.
Die Studie konzentriert sich auf das Jahr 2022 und berücksichtigt alle relevanten Steuer- und Regulierungsschwellen in Italien.
Wachstum auf Kosten der Regeln
Die Frage nach den Kosten des Firmenwachstums ist entscheidend, da größere Unternehmen im Durchschnitt produktiver sind, höhere Löhne zahlen und einen überproportionalen Anteil an der Gesamtproduktion ausmachen.
Länder wie Italien und Griechenland, in denen kleine Unternehmen überrepräsentiert sind, weisen eine geringere Durchschnittsproduktivität und ein schwächeres Produktivitätswachstum auf.
Steuerliche und regulatorische Barrieren können die Expansion von Unternehmen behindern und die Ressourcenallokation verzerren.
Die Messung dieser Kosten ist jedoch schwierig, da sie oft nicht-monetär und nicht direkt beobachtbar sind.
Diese Arbeit leistet einen Beitrag zur „Bunching“-Literatur, die Diskontinuitäten in beobachteten Verteilungen nutzt, um Verhaltenselastizitäten und Regulierungskosten abzuleiten.
Sie zeigt, wie regulatorische Verpflichtungen Verzerrungen entlang verschiedener Unternehmensgrößenmargen erzeugen.
Der entwickelte Rahmen ist allgemein anwendbar und kann zur Bewertung der Kosten größenabhängiger Vorschriften in jedem Land eingesetzt werden.
Ein teurer Bremsklotz
Die Studie der Banca d'Italia liefert eine fundierte Methodik, um die oft unsichtbaren Kosten von Regulierungen für das Unternehmenswachstum zu quantifizieren.
Sie zeigt deutlich auf, wie bürokratische Hürden den natürlichen Expansionsdrang von Firmen ausbremsen und damit die gesamtwirtschaftliche Produktivität mindern.
Für politische Entscheidungsträger ist dies ein klarer Aufruf, die Effizienz und die Wachstumsfreundlichkeit von Regulierungen kritisch zu hinterfragen.
Quelle: No. 1018 - The costs of firm growth
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