BDI-Studie: Italiens Kapitalakkumulation schwächer als im Euroraum
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BDI-Studie: Italiens Ka­pi­ta­lak­ku­mu­la­ti­on schwächer als im Euroraum

Eine neue Studie der Banca d'Italia (BDI) analysiert die schwache Kapitalakkumulation Italiens seit 2000 im Vergleich zu Deutschland, Frankreich und Spanien. Sie zeigt, dass Italien als einziges Land einen lang anhaltenden Rückgang des Kapitalstocks erlebte.

Italien: Einzigartiger Kapitalstock-Rückgang

Nur in Italien führte die globale Finanz- und Staatsschuldenkrise zu einem anhaltenden Rückgang des Kapitalstocks, insbesondere bei produktiven und nicht-baulichen Vermögenswerten, der bis 2020 andauerte.

Obwohl sich die Kapitalakkumulation nach der COVID-19-Krise erholte, blieb das Gesamtwachstum schwächer als in Deutschland, Frankreich und Spanien.

Die Studie der Banca d'Italia zeigt, dass die Ursachen für diese Unterakkumulation je nach Ländervergleich variieren.

Im Vergleich zu Spanien spiegelt Italiens Rückstand hauptsächlich höhere Abschreibungsraten wider, während er gegenüber Deutschland und Frankreich hauptsächlich durch niedrigere Bruttoinvestitionsraten erklärt wird.

Diese Unterschiede ergeben sich sowohl aus der Entwicklung der Investitionsintensität als auch aus Veränderungen der Kapitalproduktivität.

Frankreichs systematisch höhere Investitionsrate scheint weniger von einer größeren Investitionsneigung abzuhängen als von einem deutlich höheren Wertschöpfungs-Kapital-Verhältnis.

Messprobleme verzerren Pro­duk­ti­vi­täts­bild

Die Studie hebt hervor, dass Frankreichs hohes Wertschöpfungs-Kapital-Verhältnis auf einen geringeren Kapitalstock im Verhältnis zur Wertschöpfung zurückzuführen ist, nicht auf eine höhere Investitionsneigung.

Dies liegt insbesondere an einem niedrigeren Bestand an Nichtwohngebäuden in Frankreich, was wiederum eine viel höhere Abschreibungsrate in dieser Kategorie im Vergleich zu Italien und anderen Ländern widerspiegelt.

Diese Differenz ist ökonomisch schwer zu rechtfertigen und deutet auf einen Mangel an Standardisierung bei der Messung von Kapitalstöcken hin.

Solche länderübergreifenden Messunterschiede werfen Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit von Standardzerlegungen des Arbeitsproduktivitätswachstums in die Beiträge der Gesamtfaktorproduktivität und der Kapitalintensivierung auf.

Mehr als nur ein italienisches Problem

Die BDI-Studie entlarvt die italienische Kapitalakkumulation als Symptom tiefer liegender struktureller Probleme, die durch Krisen nur verstärkt wurden.

Doch die Hinweise auf heterogene Messmethoden in Europa sind ein Weckruf für die gesamte Eurozone, da sie die Vergleichbarkeit fundamentaler Wirtschaftsdaten untergraben.

Ohne eine Harmonisierung der Kapitalstock-Messung bleiben Analysen zur Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit fehleranfällig und politische Empfehlungen potenziell irreführend.