Studie: OPEC-Ankündigungen zeigen stärkere Stagflationseffekte im Ölmarkt
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Studie: OPEC-Ankündigungen zeigen stärkere Stagflationseffekte im Ölmarkt

Eine neue Studie der Banca d'Italia zeigt, dass OPEC-Ankündigungen über zukünftiges Ölangebot nicht nur Angebotsschocks, sondern auch Nachfrageschocks im Ölmarkt offenbaren. Diese Erwartungsschocks führen zu tieferen und länger anhaltenden stagflationären Effekten, was die Geldpolitik vor Herausforderungen stellt.

Verzerrte Signale im Ölmarkt

Wie Ölpreisschwankungen die Weltwirtschaft beeinflussen, ist eine zentrale Frage.

Die Quantifizierung dieser Effekte ist schwierig, da Ölpreise und -erwartungen endogen sind und auf Angebots- sowie Nachfragebedingungen reagieren.

Ölpreise sind eine vorwärtsgerichtete Variable, bei der Erwartungen über das zukünftige Angebot ebenso wichtig sind wie das aktuelle Angebot.

Negative Angebotsschocks tendieren dazu, die Wirtschaftstätigkeit zu dämpfen und die Preise zu erhöhen, was eine Herausforderung für die Geldpolitik darstellt.

Die Studie verbessert bestehende Identifikationsstrategien, um die Effekte von Ölangebots-Nachrichtenschocks auf die Weltwirtschaft zu schätzen, und zeigt, dass diese Effekte stärker und schneller wirken als bisher angenommen.

OPEC-Ankündigungen zu Produktionsquoten können das Identifikationsproblem lösen, da sie unerwartete Variationen im zukünftigen Ölangebot erzeugen.

Bisherige Literatur nutzte Überraschungen in Öl-Futures-Preisen, die am letzten Tag von OPEC-Konferenzen berechnet wurden, um exogene Änderungen im erwarteten Ölangebot zu messen.

Die Annahme perfekter Information, dass OPEC und die Märkte dieselben Informationen teilen, ist jedoch fehlerhaft.

Das verborgene Nachfrage-Signal

Die Annahme perfekter Information ist laut Studie fehlerhaft, da die OPEC einen Informationsvorsprung beim Ölangebot hat.

Ölpreise spiegeln zwar die globale Nachfrage wider, doch unbemerkte Angebotsänderungen verzerren dieses Signal.

OPEC-Ankündigungen reduzieren dieses Rauschen und veranlassen Märkte, ihre Nachfrageerwartungen zu revidieren.

Somit erfassen Überraschungen in Öl-Futures-Preisen nicht nur Angebots-, sondern auch Nachfrageschocks, was die Identifikation erschwert.

Der Autor entwickelt eine empirische Methode zur Entflechtung dieser Komponenten.

Sie basiert auf der hochfrequenten Koinzidenz von Öl-Futures- und Aktienkursen um OPEC-Ankündigungen.

Nachfrageschocks bewegen beide in die gleiche Richtung, während Angebotsschocks sie entgegengesetzt beeinflussen.

Alte Schocks, neue Brisanz

Diese Studie stellt unser Verständnis von Ölmarktschocks grundlegend in Frage.

Die aufgedeckten, stärkeren stagflationären Effekte bedeuten eine größere Herausforderung für Zentralbanken, die Preisstabilität und Wachstum gleichzeitig sichern müssen.

Für die Geldpolitik ist es entscheidend, diese Informationswirkungen zu berücksichtigen, um wirtschaftliche Signale nicht falsch zu interpretieren.