Wirtschaftsprüfer in Italien: Kosten übertreffen Nutzen
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Wirtschaftsprüfer in Italien: Kosten übertreffen Nutzen

Eine Studie der Banca d'Italia zeigt: Die Kosten für Wirtschaftsprüfer übersteigen in italienischen Unternehmen deren messbaren Nutzen. Besonders kleinere Firmen tragen eine hohe regulatorische Last.

Stärkere Bilanzen, kein besserer Kredit

Die Studie der Banca d'Italia untersucht die Auswirkungen der gesetzlichen Wirtschaftsprüferpflicht auf italienische private Kapitalgesellschaften.

Mittels eines Regressions-Diskontinuitäts-Designs zeigt sie, dass das Überschreiten der Schwellenwerte für die Prüferpflicht die Wahrscheinlichkeit der Prüferbestellung um 13 Prozentpunkte erhöht.

Für diese Firmen führten Wirtschaftsprüfer zu einer bescheidenen Stärkung der Bilanzen: Der Anteil der als Rücklagen und eingezahltes Kapital gehaltenen Vermögenswerte stieg marginal um 1,3 Prozent.

Aufgrund ihrer rechtlichen Verantwortung bei Insolvenz beschleunigten sie die Schuldenrestrukturierung um fast ein Jahr und reduzierten vorübergehend die Insolvenzen um 0,5 Prozentpunkte.

Diese Verbesserungen führten jedoch nicht zu einem besseren Zugang zu Krediten oder niedrigeren Kreditkosten.

Die Effekte sind lokal auf Firmen nahe der Schwelle beschränkt.

Hohe Kosten, geringer Mehrwert

Die jährlichen Durchschnittskosten für Wirtschaftsprüfer pro Firma beliefen sich auf 21.000 bis 27.000 Euro, was etwa 3 Prozent der Arbeitskosten für ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitern entspricht.

Eine Kosten-Nutzen-Analyse legt nahe, dass die aggregierten Kosten der Überwachung deren messbaren Nutzen übersteigen, insbesondere für kleinere Firmen.

Während Wirtschaftsprüfer die insolvenzbedingten Schulden im Jahr 2015 um höchstens 101 Millionen Euro reduzierten, lagen die geschätzten Kosten der Prüfer zwischen 547 Millionen Euro im Jahr 2017 und 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2023. Die aggregierten Kosten waren zwölfmal höher als die gesamten Schulden insolventer Srl-Firmen und achtzehnmal höher als die geschätzte Reduzierung unbezahlter Schulden.

Regulierung mit unerwünschten Nebenwirkungen

Die Studie beleuchtet ein wiederkehrendes Problem regulatorischer Eingriffe: Sie können unbeabsichtigte negative Folgen haben.

Obwohl Wirtschaftsprüfer einige positive Effekte auf Bilanzstärke und Insolvenzabwicklung zeigen, überwiegen die hohen Kosten, insbesondere für kleinere Unternehmen, ohne entscheidende Vorteile wie besseren Kreditzugang zu liefern.

Dies wirft Fragen nach der Effizienz und Proportionalität der aktuellen Pflichtschwellen auf und legt eine Überprüfung nahe.