Öffentliche Gelder als Motor der US-Innovation und Produktivität
Öffentliche Gelder sind der Haupttreiber amerikanischer Innovation und Produktivität. Eine neue BDI-Studie zeigt, dass staatlich finanzierte Patente trotz geringen Anteils 20 Prozent der Produktivitäts- und BIP-Schwankungen erklären.
Staatliche Impulse für private Patente
Die Studie der Banca d'Italia beleuchtet die makroökonomischen Effekte staatlich und privat finanzierter Innovationen auf die US-Produktivität und das Wirtschaftswachstum nach dem Krieg.
Sie dokumentiert systematische Unterschiede in der Wirkung beider Finanzierungsquellen.
Obwohl staatlich finanzierte, aber in Privatbesitz befindliche Patente nur etwa 2 Prozent der gesamten Patentanmeldungen ausmachen, erklären sie rund 20 Prozent der mittelfristigen Schwankungen der totalen Faktorproduktivität (TFP) und des BIP-Wachstums.
Diese Patente sind zudem mit starken Spillover-Effekten auf die F&E-Investitionen und Kapitalausgaben des Unternehmenssektors verbunden.
Innovationen, die von den National Institutes of Health (NIH) und der National Science Foundation (NSF) finanziert werden, zeigen die stärksten Verbindungen zu nachfolgendem Produktivitätswachstum.
Forschungsinstitute und Universitäten übertreffen dabei gewinnorientierte Unternehmen bei der Umwandlung öffentlicher Mittel in aggregierte Gewinne.
Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Rolle des institutionellen Designs öffentlicher Innovationsförderung für die mittelfristige Produktivitätsdynamik und das US-Wirtschaftswachstum.
Bushs Vision im Praxistest
Die Arbeit knüpft an Vannevar Bushs Vision von 1945 an, die die Grundlage für die Nachkriegsinnovation in Amerika legte.
Bushs Konzept basierte auf drei Säulen: Die Regierung finanziert Forschung von öffentlichem Interesse, Universitäten und Forschungsinstitute bewahren die intellektuelle Freiheit für Entdeckungen, und der Privatsektor setzt neues Wissen in kommerzielle Anwendungen um.
Diese Empfehlungen führten zur Gründung der NSF und zur Erweiterung der NIH, wodurch ein Innovationsökosystem entstand, das durch enge Interaktion zwischen Regierung, Wissenschaft und Industrie gekennzeichnet ist.
Die Autoren nutzen detaillierte Patentdaten seit 1950, um den makroökonomischen Einfluss dieses Modells zu bewerten und Innovationen nach Finanzierungsquelle und Eigentum zu kategorisieren.
Ein Plädoyer für staatliche Forschung
Diese Studie liefert eine überzeugende empirische Bestätigung für die entscheidende Rolle staatlicher Forschungsförderung.
Sie zeigt, dass öffentliche Investitionen in Grundlagenforschung, insbesondere an Universitäten, nicht nur Lücken füllen, sondern auch private F&E-Ausgaben anstoßen.
Die Ergebnisse sind ein starkes Argument für eine aktive Industriepolitik und gegen eine rein marktorientierte Innovationsstrategie.