F&E-Subventionen verbessern Überleben kleiner Firmen in Apulien
Eine neue Studie der Banca d'Italia zeigt, dass regionale F&E-Subventionen die Überlebenswahrscheinlichkeit kleiner und mittlerer Unternehmen in Apulien erhöhen. Die Politik stimulierte zudem Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und schuf Arbeitsplätze.
Subventionen stärken Überleben und immaterielle Werte
Eine Studie der Banca d'Italia analysiert den kausalen Einfluss regionaler F&E-Subventionen, finanziert durch EU-Kohäsionsfonds, auf kleine und mittlere Unternehmen in Apulien, einer strukturschwachen Region Süditaliens.
Der Autor Antonio Veronico nutzte Unternehmensbilanzen und einen einzigartigen regionalen Verwaltungsdatensatz, um die Auswirkungen auf F&E-Investitionen, Produktivität und Überlebenswahrscheinlichkeit zu untersuchen.
Mittels eines Match-in-Diff-Ansatzes und einer Kontrollgruppe förderfähiger, aber nicht subventionierter Unternehmen zeigt die Studie, dass geförderte Firmen eine höhere Überlebensrate aufweisen.
Die Politik stimulierte zudem zusätzliche Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und hatte positive Effekte auf die Beschäftigtenzahl.
Ein Einfluss auf Sachanlagen, Produktionswert und Produktivität konnte jedoch nicht festgestellt werden.
Die Ergebnisse sind robust gegenüber methodischen Änderungen.
Die Analyse unterscheidet auch zwischen Firmen mit einer und mehreren Subventionen, wobei letztere stärkere Effekte auf immaterielle Vermögenswerte und Überleben zeigten.
Der Effekt auf die Beschäftigung wurde hauptsächlich durch die Gruppe der Mehrfachsubventionsempfänger getragen.
Innovation als Motor für Wachstum
Innovation ist eine zentrale Triebkraft für Wirtschaftswachstum, doch Unternehmen investieren aufgrund von Marktversagen und Finanzierungsengpässen oft zu wenig in Forschung und Entwicklung (F&E).
Hier setzt die Politik an.
Die untersuchte regionale F&E-Subvention wurde 2008 von Apulien, einer strukturschwachen Region Süditaliens, eingeführt.
Ziel war es, F&E-Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen nach der Großen Rezession zu stimulieren.
Die Maßnahme wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
Das Budget wurde von 28 Millionen Euro auf 48 Millionen Euro aufgestockt, was rund 32 Prozent der gesamten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte apulischer KMU zwischen 2005 und 2007 entsprach.
Gezielte Hilfe mit messbarem Erfolg
Die Studie liefert überzeugende Belege für die Wirksamkeit gezielter F&E-Subventionen, insbesondere in benachteiligten Regionen wie Apulien.
Obwohl direkte Produktivitätssteigerungen kurzfristig ausbleiben, schaffen erhöhte Überlebensraten und Investitionen in immaterielle Vermögenswerte eine entscheidende Grundlage für langfristiges Wachstum.
Dies unterstreicht die strategische Bedeutung von Kohäsionsfonds für die regionale Entwicklung, auch wenn die volle ökonomische Wirkung erst über längere Zeiträume sichtbar wird.