BDI-Studie: Rohstoffengpässe bremsen grünen Wandel
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BDI-Studie: Rohstoffengpässe bremsen grünen Wandel

Eine neue Studie der Banca d'Italia untersucht die makroökonomischen Auswirkungen von Engpässen bei kritischen Mineralien auf den Euroraum. Diese können die positiven Effekte des grünen Wandels durch steigende Preise zunichte machen.

Chinas Dominanz und die Preisspirale

Die Studie der Banca d'Italia analysiert mit einem New-Keynesianischen Modell die Folgen internationaler Engpässe bei kritischen Mineralien für den Euroraum.

Ein simulierter Lieferstopp aus China, dem weltweit führenden Lieferanten, führt zu einem starken Anstieg der Mineralpreise.

Dieser Preisanstieg neutralisiert die positiven Effekte von Subventionen für grüne Energie, die eigentlich die Wirtschaft ankurbeln und die Energieinflation senken sollen.

Die negativen Auswirkungen lassen sich jedoch abmildern, wenn andere Länder ihre Lieferungen ausweiten und so eine Diversifizierung ermöglichen.

Auch eine bereits ausreichend große installierte Kapazität an grüner Energie kann kurzfristig dämpfend wirken.

Die Forscher betonen, dass die makroökonomischen Auswirkungen solcher Schocks derzeit geringer sind als die von fossilen Brennstoffen, dies sich aber mit fortschreitendem grünem Wandel ändern könnte.

Mehr als nur ein Rohstoff

Kritische Mineralien sind essenzielle Inputs für die Produktion grüner Energie und für die Herstellung von Gütern wie Batterien für Elektrofahrzeuge.

Das dreiländrige Modell der Banca d'Italia bildet den Euroraum, China und den Rest der Welt ab.

Der Euroraum ist dabei ein Nettoimporteur und stark von Importen abhängig, während China als Hauptlieferant fungiert.

Die Mineralien werden international gehandelt und sind unvollkommene Substitute.

Die Studie vergleicht zudem die Effekte von Versorgungsengpässen bei kritischen Mineralien mit denen bei fossilen Brennstoffen und beleuchtet die zukünftige Verschiebung ihrer relativen Bedeutung.

Weckruf für die Rohstoffstrategie

Die Studie unterstreicht eine kritische Schwachstelle für den Euroraum im Kontext des grünen Wandels.

Sie verdeutlicht die Notwendigkeit einer robusten Diversifizierung der Lieferketten und strategischer Rohstoffpolitiken.

Ohne diese könnten die wirtschaftlichen Vorteile der Klimapolitik erheblich untergraben werden.