Hausarbeitsteilung: Schlüssel zu Beschäftigung und Fertilität
Die ungleiche Verteilung der Hausarbeit beeinflusst maßgeblich die Erwerbstätigkeit von Frauen und die Geburtenraten. Eine Studie der Banca d'Italia zeigt, dass ein ausgeglicheneres Verhältnis die weibliche Beschäftigung signifikant steigern könnte.
Hausarbeit: Unsichtbarer Gender-Gap
Frauen leisten weltweit, und insbesondere in Italien, einen deutlich größeren Anteil an unbezahlter Hausarbeit, einschließlich Kinderbetreuung.
Diese Ungleichheit, die in Italien 2013 etwa 30 Stunden pro Woche betrug, wirkt sich negativ auf die Erwerbstätigkeit von Frauen und die Geburtenraten aus.
Eine neue Studie von Andrea Mattia (Banca d'Italia) argumentiert, dass eine gerechtere Verteilung der Hausarbeit die weibliche Beschäftigung erhöhen kann.
Das Modell, das italienische Daten nutzt, zeigt, dass das Gewicht der Männer bei der Hausarbeitsproduktion nur 30 Prozent des Gewichts der Frauen beträgt, selbst unter Berücksichtigung von Lohnlücken und Präferenzen.
Diese Ungleichheit hat einen ähnlichen Effekt auf die Beschäftigung wie eine zusätzliche Lohnlücke von 50 Prozent und ist für 70 Prozent der 'Kinderstrafe' bei den Einkommen von Frauen verantwortlich.
Potenzial: Mehr Kinder, mehr Jobs
Die Studie beleuchtet die unterschiedliche Korrelation zwischen Fertilität und weiblicher Beschäftigung in Italien: negativ im Süden, positiv im Zentrum-Norden seit 1995.
Dies wird durch die Verfügbarkeit externer Kinderbetreuung erklärt.
Eine gleichmäßigere Hausarbeitsteilung erhöht die Nachfrage nach Kindergärten.
Wo diese Nachfrage gedeckt wird, steigen Geburtenraten und weibliche Beschäftigung.
In einem unbegrenzten Szenario ohne Gender-Gaps und mit vollständiger Kinderbetreuungsabdeckung würde die Fertilität auf 2,28 Kinder pro Frau (+63%) und die weibliche Beschäftigung auf 0,97 (+40%) steigen.
Der Hausarbeitskanal erklärt zwei Drittel des Beschäftigungseffekts, was die Relevanz für politische Maßnahmen unterstreicht.