BDI aktualisiert Indikator für Finanzstress in Italien
Die Banca d'Italia (BDI) hat ihren seit 2019 genutzten Indikator für Finanzstress in Italien methodisch überarbeitet. Ziel ist eine verbesserte Repräsentativität und Nachvollziehbarkeit der systemischen Risiken.
Neue Variablen, neue Gewichtung
Die BDI hat ihren Kompositindikator für Finanzstress (FSI) umfassend modifiziert, um dessen Aussagekraft und Informationskohärenz zu steigern.
Die Überarbeitung betrifft die Zusammensetzung des Indikators, indem neue Variablen integriert und andere ausgeschlossen wurden.
Zudem erfolgte eine Neuklassifizierung der Indikatoren, die zum synthetischen Gesamtindikator beitragen.
Die Neukalibrierung zielt darauf ab, die Bedingungen von Finanzstress präziser abzubilden und den Beitrag jedes institutionellen Sektors zum Gesamtrisiko für die Finanzstabilität transparenter zu machen.
Insbesondere wurde die sektorale Dimension des FSI gestärkt, um ein besseres Verständnis der vorherrschenden Stressbedingungen in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen zu ermöglichen.
Die neuen Sektoren umfassen den Staatssektor, nicht-finanzielle Unternehmen (Aktien und Anleihen) und Finanzintermediäre (Aktien und Anleihen), ergänzt durch die bereits berücksichtigten Geld- und Devisenmärkte.
Vom Gesamtbild zur Sektoranalyse
Der ursprüngliche FSI, der seit 2019 zur Überwachung systemischer Risiken eingesetzt wird, aggregierte Spannungsmaße aus fünf Hauptfinanzmärkten: Geld-, Anleihe-, Aktien-, Finanzintermediäre-Aktien- und Devisenmarkt.
Er basierte auf 13 Kennzahlen wie Renditedifferenzen und Volatilitäten, standardisiert und gewichtet nach Relevanz im italienischen Finanzsystem.
Die Methodik orientierte sich am Composite Indicator of Systemic Stress (CISS) der EZB.
Der alte FSI erfasste sowohl globale Stressereignisse (z.B. Lehman Brothers, Euro-Schuldenkrise) als auch idiosynkratische italienische Spannungen (z.B. Bankenresolutionen 2016).
Die nun erfolgte Revision reagiert auf die Notwendigkeit, die Informationsqualität zu verbessern und die Finanzstressbedingungen in spezifischen Marktsegmenten und institutionellen Sektoren genauer abzubilden.
Ein notwendiger Schritt zur Präzision
Die methodische Aktualisierung des FSI ist ein wichtiger Schritt, um die Überwachung der Finanzstabilität in Italien zu verfeinern.
Durch die stärkere sektorale Differenzierung können Risikokonzentrationen präziser identifiziert und adressiert werden.
Dies erhöht die Relevanz des Indikators für politische Entscheidungsträger und Analysten, auch wenn die grundlegende Methodik des Kompositindikators beibehalten wird.