Hochwasserrisiko erhöht Kreditausfallwahrscheinlichkeit italienischer Firmen
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Hochwasserrisiko erhöht Kreditausfallwahrscheinlichkeit italienischer Firmen

Eine neue Studie der Banca d'Italia zeigt, dass 38 Prozent der italienischen Unternehmen hydrogeologischen Risiken ausgesetzt sind. Dies führt im Durchschnitt zu einem leichten Anstieg der Kreditausfallwahrscheinlichkeit, wobei Versicherungen den Effekt halbieren.

Versteckte Risiken: 38 Prozent der Firmen exponiert

Eine neue Studie der Banca d'Italia beleuchtet den Einfluss hydrogeologischer Risiken, wie Überschwemmungen und Erdrutsche, auf die einjährige Kreditausfallwahrscheinlichkeit (PD) italienischer Nichtfinanzunternehmen.

Die Analyse zeigt, dass 38 Prozent der Firmen diesen Risiken ausgesetzt sind, mit deutlichen regionalen und sektoralen Unterschieden.

Im Durchschnitt führt diese Exposition zu einem geringfügigen Anstieg der PD und hat begrenzte wirtschaftliche Auswirkungen, mit vernachlässigbaren Effekten auf Sicherheiten in geldpolitischen Operationen.

Jedoch erfahren Unternehmen in Hochrisikogebieten einen deutlich stärkeren Rückgang ihrer Kreditwürdigkeit.

Eine entscheidende Erkenntnis ist, dass Versicherungsdeckung diesen Effekt im gesamten Sample um durchschnittlich die Hälfte reduziert.

Diese Ergebnisse spiegeln die aktuellen Bedingungen wider, doch eine erwartete Zunahme der Häufigkeit und Schwere extremer Wetterereignisse könnte die negativen Auswirkungen auf die Kreditprofile der Unternehmen in Zukunft verstärken.

Datenpuzzle: Georeferenzierung und Risikomodellierung

Die Forscher erstellten einen einzigartigen Datensatz, der Finanzdaten von Unternehmen mit der geografischen Lage ihrer operativen Einheiten kombiniert und diese mit Gefahrenstufen für Überschwemmungen und Erdrutsche abgleicht.

Für jedes Unternehmen wurden ein diskreter Risikoindikator sowie eine um hydrogeologische Risiken angepasste Kreditausfallwahrscheinlichkeit abgeleitet.

Dies geschah durch die Neuberechnung von Bilanzposten, um den erwarteten Verlust durch hydrogeologische Risiken zu integrieren.

Die Studie betont die Komplexität der Bewertung physischer Risiken aufgrund lokalisierter Ereignisse und fehlender präziser Daten zur geografischen Verteilung von Unternehmensanlagen.

Die Verwendung des S-ICAS-Modells der Banca d'Italia ermöglichte die Übersetzung der risikoadjustierten Finanzdaten in eine einjährige PD.

Wichtiger Schritt, aber noch nicht das Ende

Die Studie liefert wertvolle Einblicke in ein bisher unterschätztes Risiko für die Kreditwürdigkeit von Unternehmen.

Obwohl der durchschnittliche Effekt gering ist, offenbart sie kritische regionale und sektorale Schwachstellen, die bei zunehmenden Extremwetterereignissen an Bedeutung gewinnen werden.

Die Erkenntnis, dass Versicherungen den Effekt halbieren, unterstreicht die Notwendigkeit proaktiver Risikomanagementstrategien und könnte regulatorische Anreize fördern.