BdI-Studie: US-Zölle prägen Erwartungen italienischer Firmen
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BdI-Studie: US-Zölle prägen Erwartungen italienischer Firmen

US-Handelszölle auf chinesische Produkte führen zu einer Umlenkung von Lieferketten. Eine Studie der Bank von Italien zeigt, dass italienische Firmen dadurch sinkende Inputpreise, aber auch langfristige Unsicherheit und gedämpfte Investitionen erwarten.

Umlenkung mit doppelter Wirkung

Die Studie der Bank von Italien beleuchtet, wie italienische Firmen auf die Umlenkung chinesischer Produkte infolge von US-Handelszöllen reagieren.

Rund 30 Prozent der befragten Unternehmen, insbesondere Hersteller und Exporteure, erwarten eine Zunahme des chinesischen Angebots in ihren Märkten.

Diese Firmen prognostizieren moderate Senkungen der Inputpreise und einen Abwärtsdruck auf die Verkaufspreise, insbesondere wenn der Wettbewerb der dominante Übertragungskanal ist.

Gleichzeitig führt die erwartete Umlenkung zu langfristiger Unsicherheit bezüglich der Geschäftsbedingungen und dämpft die Investitionserwartungen.

Auf makroökonomischer Ebene sehen die Firmen den Umlenkungsschock als Belastung für das kurzfristige Vertrauen in die italienische Wirtschaft, während die Inflationserwartungen weitgehend unverändert bleiben.

Erwartungen im Fokus der BdI-Umfrage

Die Analyse basiert auf firmenspezifischen Daten der vierteljährlichen Umfrage zu Inflations- und Wachstumserwartungen (SIGE) der Bank von Italien.

Im zweiten Quartal 2025 enthielt die Umfrage einen speziellen Abschnitt zur potenziellen Umlenkung chinesischer Produkte.

Die Ergebnisse zeigen sektorale Unterschiede: Während produzierende Exporteure die stärksten Effekte bei Input- und Verkaufspreisen erwarten, berichten Dienstleistungsunternehmen insgesamt von einer schwächeren Exposition.

In einigen Dienstleistungssektoren werden jedoch steigende Arbeitskosten als Folge der Umlenkung wahrgenommen, was auf einen Bedarf an Qualifikationsverbesserungen hindeutet.

Ein wichtiger Vorbehalt der Studie ist, dass die SIGE nur Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern erfasst, wodurch kleinere, potenziell anfälligere Unternehmen ausgeschlossen sind.

Mehr als nur billigere Inputs

Diese Studie liefert einen wichtigen Einblick in die vorausschauende Wahrnehmung von Handelsschocks, statt nur auf ex-post-Anpassungen zu blicken.

Die Erkenntnis, dass selbst die Erwartung einer Produktumlenkung Investitionen dämpft und Unsicherheit schürt, ist für die Politik relevant.

Allerdings bleibt die Generalisierbarkeit durch die Beschränkung auf größere Firmen eingeschränkt, was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft möglicherweise unterschätzt.