Studie der Bank von Italien: US-Zölle lenken China-Produkte nach Italien um
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Studie der Bank von Italien: US-Zölle lenken China-Produkte nach Italien um

Eine Studie der Bank von Italien zeigt, wie US-Zölle auf chinesische Produkte italienische Firmen beeinflussen. Rund 30 Prozent der Unternehmen erwarten eine Zunahme chinesischer Angebote, was Investitionen dämpft und Unsicherheit schafft.

China-Umlenkung: Preise sinken, Arbeitskosten steigen

Eine Studie der Bank von Italien untersucht, wie italienische Unternehmen die potenzielle Umlenkung chinesischer Produkte infolge von US-Handelszöllen wahrnehmen.

Rund 30 Prozent der befragten Firmen, hauptsächlich Hersteller und Exporteure, erwarten eine Zunahme des chinesischen Angebots auf ihren Märkten.

Dies führt zu einem moderaten Rückgang der Preise für Vorleistungsgüter und einem Abwärtsdruck auf die Verkaufspreise, insbesondere wenn der Wettbewerb der dominierende Übertragungskanal ist.

Gleichzeitig sehen einige Dienstleistungssektoren einen Aufwärtsdruck bei den Arbeitskosten, was auf die Notwendigkeit hindeutet, die Qualifikationen der Arbeitskräfte zu verbessern, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Daten stammen aus der vierteljährlichen Umfrage zu Inflations- und Wachstumserwartungen (SIGE) der Bank von Italien.

Langfristige Unsicherheit dämpft Investitionen

Die Folgen der Produktumlenkung reichen über Preise und Kosten hinaus.

Unternehmen, die eine Umlenkung erwarten, berichten von einer signifikanten Zunahme der langfristigen Unsicherheit hinsichtlich der Geschäftsbedingungen.

Dies führt zu einer Dämpfung der Investitionspläne, insbesondere bei Industrieunternehmen und Exporteuren.

Auf makroökonomischer Ebene bewerten die betroffenen Firmen die Aussichten für die italienische Wirtschaft negativer und sehen eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine kurzfristige Verbesserung.

Die aggregierten Inflationserwartungen bleiben jedoch weitgehend unverändert, mit heterogenen Effekten: Industrieunternehmen senken ihre Erwartungen, während Dienstleistungsfirmen keine signifikante Anpassung zeigen.

Fokus auf Erwartungen, aber mit Lücke

Die Studie liefert wertvolle Einblicke, indem sie sich auf die Erwartungen der Unternehmen konzentriert und so die Übertragungsmechanismen von Handelsschocks beleuchtet.

Allerdings beschränkt sich die Umfrage auf Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern, was die Auswirkungen auf kleinere, potenziell anfälligere Unternehmen im Inland unberücksichtigt lässt.

Daher könnten die tatsächlichen Effekte auf die italienische Wirtschaft größer sein als im Sample dokumentiert.