Piemonts Wirtschaft 2025: Moderates Wachstum, Automotive schwach
BDI Paper Read in English

Piemonts Wirtschaft 2025: Moderates Wachstum, Automotive schwach

Laut dem Jahresbericht der Banca d'Italia wuchs die Wirtschaft des Piemont 2025 nur um 0,4 Prozent. Schwache Industrieproduktion und ein verlangsamter Arbeitsmarkt prägten das Bild der Region.

Moderat, aber fragil: Piemonts Wirtschaft 2025

Die piemontesische Wirtschaft verzeichnete 2025 ein bescheidenes Wachstum von 0,4 Prozent, was unter dem Durchschnitt Norditaliens und des Landes lag.

Ein Indikator der Banca d'Italia (Regiocoin) zeigte nach einer Erholung Anfang 2026 im März erneut eine Verschlechterung, beeinflusst durch den Konflikt im Persischen Golf und daraus resultierende Rohstoffengpässe.

Die Industrie erlebte eine leichte Erholung, die jedoch den Rückgang des Vorjahres nicht ausgleichen konnte.

Besonders die Automobilindustrie trug zur Schwäche bei, da die Region hier eine höhere Exposition als der nationale Durchschnitt aufweist.

Im Gegensatz dazu expandierte der Luft- und Raumfahrtsektor mit einer überdurchschnittlichen Innovationsneigung.

Der Nationale Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) stützte weiterhin die Bauwirtschaft, während der Dienstleistungssektor, insbesondere der Handel, eine deutliche Verlangsamung erfuhr.

Der Tourismus nahm zwar zu, doch die Ausgaben hatten nur einen geringen Einfluss auf den Gesamtverbrauch.

Arbeitsmarkt und Haushalte unter Druck

Der Arbeitsmarkt im Piemont verlangsamte sich 2025, mit einem Rückgang der Beschäftigung in der Industrie und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf das italienische Durchschnittsniveau.

Die nominalen Löhne stiegen im Einklang mit dem nationalen Trend, jedoch weniger stark als im Vorjahr, während die realen Durchschnittslöhne langfristig schrumpften.

Geschlechts-, alters- und herkunftsbedingte Lohnunterschiede blieben bestehen.

Das Einkommen und der Konsum der Haushalte wuchsen real nur moderat.

Die Nachfrage nach Autos schwächte sich ab, während Immobilienkäufe und Hypotheken zunahmen.

Das Verhältnis von Haushaltsverschuldung zu verfügbarem Einkommen blieb stabil und lag unter dem nationalen Durchschnitt.

Die öffentlichen Investitionen der Gebietskörperschaften verlangsamten sich nach einer PNRR-bedingten Expansion.

Bis Februar 2026 waren 60 Prozent der PNRR-Zahlungen für Piemont erfolgt, wobei die Umsetzung im Gesundheitswesen uneinheitlich verlief.

Strukturelle Schwächen bleiben

Der Bericht offenbart eine regionale Wirtschaft, die trotz punktueller Lichtblicke strukturellen Herausforderungen gegenübersteht.

Die Abhängigkeit vom Automobilsektor und hartnäckige Lohnungleichheiten bremsen das Potenzial.

Externe Schocks verschärfen diese Verwundbarkeiten und erfordern gezielte politische Maßnahmen.