Abruzzos Wirtschaft wächst 2025 um 0,4 Prozent
Die Banca d'Italia veröffentlicht ihren Jahresbericht 2025 zur Wirtschaft der Abruzzen. Die Region verzeichnete 2025 ein Wachstum von 0,4 Prozent, getragen von Bau und Dienstleistungen.
Wachstum durch Bau und Pharma
Die Wirtschaftsleistung in den Abruzzen wuchs 2025 laut dem ITER-Indikator der Banca d'Italia um 0,4 Prozent, vergleichbar mit dem nationalen Durchschnitt von 0,5 Prozent.
Dieses Wachstum wurde maßgeblich durch eine starke Expansion im Bausektor und ein moderateres Plus bei den Dienstleistungen getragen.
Das Vertrauen der verarbeitenden Industrie im Mezzogiorno verbesserte sich 2025, wurde jedoch Anfang 2026 durch den Konflikt im Persischen Golf unterbrochen.
Eine Umfrage der Banca d'Italia zeigte für abruzzesische Industrieunternehmen einen Umsatzanstieg 2025, aber gedämpfte Erwartungen für das laufende Jahr.
Die Region ist stark auf die Automobilindustrie spezialisiert, was eine hohe Abhängigkeit von der Nachfrage nach Kraftfahrzeugen bedeutet.
Die Exporte der Abruzzen erholten sich 2025 kräftig und übertrafen den nationalen Durchschnitt, hauptsächlich durch stark gestiegene Pharmaverkäufe, die rund ein Fünftel des regionalen Exports ausmachten.
Auch Maschinenbau und Lebensmittelindustrie trugen positiv bei.
Der Bausektor profitierte 2025 von PNRR-finanzierten öffentlichen Bauvorhaben, während der private Wohnungsbau aufgrund geänderter Steueranreize rückläufig war.
Wiederaufbauarbeiten in Erdbebengebieten stützten den Sektor.
Die Immobilienpreise stiegen weiter, besonders in urbanen Zentren.
Die finanzielle Lage der Unternehmen blieb insgesamt günstig, mit hoher Rentabilität und Liquidität.
Arbeitsmarkt und Finanzen im Wandel
Das Beschäftigungswachstum in den Abruzzen setzte sich 2025 fort, wenn auch verlangsamt, wobei unbefristete Verträge im Privatsektor die Schaffung neuer Arbeitsplätze dominierten.
Die vertraglichen Löhne stiegen im Einklang mit dem nationalen Trend, doch langfristig sanken die Reallöhne zwischen 2008 und 2023.
Die realen Haushaltseinkommen wuchsen 2025 weiter, der Konsum expandierte moderat.
Der Konflikt im Persischen Golf verschlechterte ab März das Verbrauchervertrauen.
Das allgemeine Wohlbefinden der Haushalte verbesserte sich 2024 erheblich gegenüber 2018 und lag leicht über dem nationalen Durchschnitt.
Im Finanzsektor wuchsen die Unternehmenskredite 2025 wieder, insbesondere für größere Firmen.
Hypotheken und Konsumentenkredite stützten die Kreditvergabe an Haushalte, und die Kreditqualität blieb günstig.
Die Einlagen blieben stabil, während Haushalte verstärkt in Aktien und Investmentfonds investierten.
Die Pro-Kopf-Ausgaben der Gebietskörperschaften lagen 2025 über dem Durchschnitt, getrieben durch höhere Investitionsausgaben.
PNRR-Zahlungen überstiegen die Hälfte der regionalen Mittel.
Die lokale Verschuldung sank 2025 weiter.
Die Innovationsfähigkeit der Region verbesserte sich, liegt aber noch unter vergleichbaren europäischen Gebieten.
Regionale Stärke mit strukturellen Schwächen
Der Bericht zeichnet das Bild einer resilienten regionalen Wirtschaft, die jedoch mit strukturellen Schwächen zu kämpfen hat.
Während Wachstum und Exporte eine bemerkenswerte Dynamik zeigen, verdeutlichen die anhaltende Abhängigkeit von PNRR-Mitteln und der langfristige Reallohnrückgang grundlegende strukturelle Herausforderungen, die es zu adressieren gilt.
Um nachhaltiges Wachstum jenseits externer Impulse zu sichern, muss die Region ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit konsequent weiterentwickeln und stärken.