Betrug bei digitalen Zahlungen in Italien: E-Geld-Betrug steigt, Sofortüberweisungen sinken
Die Banca d'Italia aktualisiert die Indikatoren für die Sicherheit digitaler Zahlungen in Italien für das erste Halbjahr 2025. Obwohl die Gesamtfraudrate niedrig bleibt, zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Zahlungsinstrumenten.
E-Geld-Betrug steigt, Sofortüberweisungen sinken
Der Betrug bei digitalen Zahlungen in Italien bleibt im ersten Halbjahr 2025 insgesamt gering: 12 Fälle pro 100.000 Operationen (0,012%) und 3 Euro pro 100.000 Euro Transaktionswert (0,003%).
Dennoch zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Instrumenten.
Während Debit- und Kreditkarten sowie ATM-Abhebungen stabile und niedrige Betrugsraten aufweisen, steigt der Betrug bei elektronischem Geld (insbesondere Prepaid-Karten) auf 0,031 Prozent nach Wert und 0,027 Prozent nach Anzahl.
Bei SEPA-Sofortüberweisungen ist der Betrug zwar mit 0,043 Prozent nach Wert und 0,019 Prozent nach Anzahl weiterhin höher als bei gewöhnlichen Überweisungen, er ist jedoch gegenüber dem Vorsemester (0,059% bzw. 0,028%) deutlich zurückgegangen.
Dieser Rückgang könnte auf verstärkte Präventionsmaßnahmen der Zahlungsdienstleister (PSP) nach Inkrafttreten der Instant Payment Regulation (IPR) zurückzuführen sein.
Der durchschnittliche Betrugsbetrag ist bei gewöhnlichen SEPA-Überweisungen mit 5.046 Euro am höchsten, gefolgt von Sofortüberweisungen mit 1.638 Euro.
Bei Karten liegt er bei 82 Euro, bei E-Geld bei 35 Euro und bei ATM-Abhebungen bei 464 Euro.
Grenzüberschreitende Transaktionen sind überproportional von Betrug betroffen.
E-Commerce-Risiken und geteilte Verluste
Operationen im E-Commerce bleiben anfälliger für Betrug als Transaktionen am physischen POS.
Während sich die Lücke bei Kartenzahlungen verringert, nimmt sie bei elektronischem Geld zu.
Die Betrugsraten für Zahlungen mit starker Kundenauthentifizierung (SCA) und für SCA-befreite Transaktionen sind ähnlich niedrig und sicherer als Operationen ohne SCA, insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen.
Die Kunden tragen einen höheren Anteil der Betrugsverluste bei Überweisungen (91%) und ATM-Abhebungen (61%) im Vergleich zu Kartenzahlungen (42%) und E-Geld (35%).
Dies hängt auch von der Betrugsart ab: Bei 'Manipulationsbetrug' sind die Erstattungsmechanismen komplexer.
Die laufenden EU-Verhandlungen zur PSD3 könnten eine neue Haftung für PSPs bei 'Impersonification'-Betrug einführen.
Wachsamkeit bleibt oberstes Gebot
Obwohl die Gesamtbetrugsraten niedrig sind, zeigen die steigenden Zahlen bei E-Geld und die anhaltende Anfälligkeit von E-Commerce-Transaktionen, dass die Bedrohung sich verlagert.
Die Wirksamkeit der SCA-Maßnahmen ist positiv, doch die hohen Kundenverluste bei Überweisungen unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Schutzmechanismen.
Die Diskussion um PSD3 und die Haftung bei 'Impersonification' ist daher ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Nutzer zu sichern.