Angelini: Vertrauen ist Soft Power der Zentralbanken
Paolo Angelini, Vize-Gouverneur der Banca d'Italia, betonte auf der 7. Soft Power Konferenz am 29. Januar 2026 die wachsende Bedeutung von Soft Power für Zentralbanken. Vertrauen, Glaubwürdigkeit und effektive Kommunikation seien entscheidende ökonomische Assets.
Vertrauen als ökonomisches Asset
Joseph Nye definierte Soft Power als die Fähigkeit, Präferenzen durch Anziehung und Überzeugung zu formen, nicht durch Zwang.
Angelini stellte fest, dass diese Vorstellung heute an Boden verliert, da Länder zunehmend auf Hard Power setzen, was zu Konflikten, geopolitischen Spannungen und Fragmentierung führt.
Trotzdem sei Soft Power, die in Dialog und Überzeugung wurzelt, nötiger denn je.
Für Zentralbanken sei Vertrauen ein zentrales ökonomisches Asset.
"Glaubwürdigkeit, Vorhersehbarkeit und die Fähigkeit zur effektiven Kommunikation sind Formen von Soft Power," so Angelini.
Sie beeinflussen die Entscheidungen von Haushalten, Unternehmen und Finanzinvestoren und prägen so das Funktionieren der Wirtschaft.
Der Kitt der Zusammenarbeit
Die Gemeinschaft der Zentralbanken zeige täglich die Bedeutung internationaler Kooperation.
Der Dialog auf technischer Ebene bleibe in Foren wie dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, dem Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und dem Finanzstabilitätsrat offen.
Selbst bei kontroversen Themen wie klimabezogenen Risiken werde allmählich ein Weg gefunden.
Angelini betonte, dass man sich auf die Fokussierung physischer Risiken für Finanzstabilität und Bankenaufsicht geeinigt habe.
Dies ermögliche es, den Dialog aufrechtzuerhalten und sei eine Investition in Soft Power – den Kitt, der Kooperation bindet und den Dialog aufrechterhält, selbst wenn Interessen auseinandergehen.
Quelle: Soft power and central banks
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