Italiens Transportkosten stabil, Handelsdefizit steigt
Die Banca d'Italia meldet für 2025 stabile Transportkosten für Italiens Exporte (2,6 Prozent) und leicht gesunkene für Importe (4,1 Prozent). Gleichzeitig weitete sich das Defizit im Gütertransport auf 12,6 Milliarden Euro aus.
Heterogene Dynamik im Transportsektor
Die Banca d'Italia meldet für 2025 eine stabile Inzidenz der Transportkosten auf Italiens Exporte von 2,6 Prozent.
Für Importe sanken sie leicht auf 4,1 Prozent (von 4,2 Prozent im Vorjahr).
Diese Entwicklung spiegelt heterogene Dynamiken wider: Im maritimen Bereich führten erweiterte Kapazität und verlangsamte Nachfrage zu sinkenden Frachtraten für Massengüter und Container, während Ro-Ro-Kosten stiegen, bedingt durch neue EU-Vorschriften zur Dekarbonisierung.
Der Luftfrachtsektor verzeichnete ebenfalls sinkende Raten.
Die Straßentransportkosten nahmen um etwa 10 Prozent zu, getrieben durch höhere Volumina und gestiegene Betriebskosten, insbesondere Löhne und Personalmangel.
Das Defizit im Gütertransport in Italiens Zahlungsbilanz weitete sich 2025 auf 12,6 Milliarden Euro aus, gegenüber 10,7 Milliarden Euro im Jahr 2024.
Für 2026 wird eine weitere Verschlechterung erwartet, da jüngste Konflikte im Persischen Golf zu einem Anstieg der Seefrachtraten für Öl und raffinierte Produkte geführt haben, was die Importkosten zusätzlich belastet.
Methodik einer umfassenden Erhebung
Seit 1999 führt die Banca d'Italia eine Stichprobenuntersuchung bei internationalen Gütertransportunternehmen durch, um Daten für die Zahlungsbilanz zu sammeln.
Die anonymisierten Daten dienen primär der Schätzung der Transportkosten pro Einheit von und nach Italien, differenziert nach Ladungsart.
Zudem werden Marktanteile nationaler und ausländischer Spediteure ermittelt.
Die Volumendaten für Importe und Exporte stammen vom Istat.
Die Erhebung für 2025 umfasste 197 in Italien tätige Unternehmen und erfasste über 6.700 'Typenlieferungen'.
Die Kosten werden zu Marktpreisen in Euro pro Tonne bewertet und beinhalten Hilfs- und Logistikdienstleistungen.
Die Dynamik der Kosten reflektiert auch die geografische Zusammensetzung der transportierten Mengen.
Fragile Erholung im Schatten globaler Krisen
Die scheinbare Stabilität der Transportkosten für Italiens Exporte täuscht über eine fragile und von externen Schocks geprägte Realität hinweg.
Das sich ausweitende Defizit im Gütertransport und die erwartete weitere Verschlechterung 2026 durch Konflikte im Persischen Golf unterstreichen Italiens Anfälligkeit in globalen Lieferketten.
Diese Studie verdeutlicht die dringende Notwendigkeit robusterer Logistikstrategien und einer stärkeren nationalen Transportflotte, um zukünftige Schocks besser abfedern zu können.