Italiens Tourismus: Jubiläum und Olympia treiben Überschuss
Die Banca d'Italia meldet für 2025 einen weiteren Anstieg des Tourismusüberschusses auf 22,7 Milliarden Euro. Großereignisse wie das Jubiläum und die Winterspiele 2026 waren maßgebliche Treiber.
Jubiläum und Kunststädte beflügeln
Italiens Tourismusbilanz verbesserte sich 2025 weiter und erreichte einen Überschuss von 22,7 Milliarden Euro, stabil bei 1 Prozent des BIP.
Die Ausgaben ausländischer Reisender in Italien stiegen nominal um 4,6 Prozent (real 3,1 Prozent).
Fast zwei Drittel dieses Wachstums sind auf Besucher des Jubiläums 2025 zurückzuführen.
Rund 1,4 Millionen Reisende besuchten Italien speziell für das Jubiläum und gaben dabei 1,6 Milliarden Euro aus, was 3,0 Prozent der Gesamtausgaben entspricht.
Rom war für über 90 Prozent dieser Jubiläumsreisenden das Hauptziel, was zu einem starken Ausgabenwachstum im Latium von 19,2 Prozent führte, verglichen mit durchschnittlich 2,1 Prozent in anderen Regionen.
Die Präferenz für Kunststädte und Bergregionen festigte sich ebenfalls.
Olympia-Schub trifft Nahost-Rückgang
Im ersten Quartal 2026 setzte sich der positive Trend fort, mit einem weiteren Anstieg des Tourismusüberschusses.
Die Ausgaben ausländischer Reisender in Italien wuchsen um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, maßgeblich unterstützt durch die Winterspiele Milano-Cortina 2026.
Schätzungsweise 250.000 Nicht-Residenten besuchten Italien für die Spiele und gaben dabei fast 400 Millionen Euro aus.
Demgegenüber stand ein deutlicher Rückgang der Ankünfte aus dem Nahen Osten, mit Rückgängen von 35 Prozent im März, 60 Prozent im April und 20 Prozent im Mai, bedingt durch den Konflikt im Persischen Golf.
Die Ausgaben italienischer Reisender im Ausland stiegen nominal um 3,2 Prozent (real 6,2 Prozent), begünstigt durch die Euro-Aufwertung.
Die Zahl der italienischen Übernachtungsgäste im Ausland erreichte mit 38,4 Millionen den höchsten Wert seit 1997.
Event-Glanz überdeckt strukturelle Fragen
Die Studie zeigt Italiens Abhängigkeit von Großereignissen für das Tourismuswachstum, was strukturelle Herausforderungen überdecken könnte.
Während der Überschuss erfreulich ist, offenbaren die Rückgänge aus dem Nahen Osten eine Anfälligkeit für geopolitische Schocks.
Eine breitere Diversifizierung der Angebote jenseits von Events und Kunststädten wäre für nachhaltiges Wachstum entscheidend.
Quelle: Survey on International Tourism - 2025
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