Antizyklischer Kapitalpuffer für Q3 2026 bei null Prozent
Die Banca d'Italia belässt den antizyklischen Kapitalpuffer (CCyB) für das dritte Quartal 2026 bei null Prozent. Dies sei im aktuellen makrofinanziellen Kontext angemessen.
Makrofinanzielles Umfeld stützt Entscheidung
Die Banca d'Italia beurteilt den antizyklischen Kapitalpuffer (CCyB) von null Prozent als angemessen für das dritte Quartal 2026, basierend auf dem aktuellen makrofinanziellen Kontext.
Im ersten Quartal 2026 war die Kredit-BIP-Lücke, berechnet nach der Methodik der Banca d'Italia, mit etwa 6 Prozentpunkten noch negativ, zeigte aber eine allmähliche Verbesserung.
Auch das Verhältnis von Bankkrediten zum BIP lieferte ähnliche Indikationen.
Der Fluss der Bankkredite an den Privatsektor verbessert sich weiterhin.
Die Quote der notleidenden Kredite (NPL) verbleibt auf niedrigem Niveau, während die Arbeitslosenquote ein historisches Tief erreicht hat.
Im vierten Quartal 2025, den jüngsten verfügbaren Daten zufolge, stiegen sowohl die realen Hauspreise als auch die Preis-Lücke im Vergleich zum Vorquartal an.
Diese Indikatoren tragen zur Einschätzung bei, dass der aktuelle CCyB-Satz von null Prozent weiterhin gerechtfertigt ist, um die Finanzstabilität zu gewährleisten und gleichzeitig die Kreditversorgung der Wirtschaft nicht unnötig zu belasten.
Die Entscheidung berücksichtigt somit eine Reihe von Faktoren, die sowohl die Stabilität als auch die Dynamik des italienischen Finanzsystems widerspiegeln.
Eigene Methodik für präzisere Daten
Die europäische Gesetzgebung sieht die Kredit-BIP-Lücke als Hauptindikator für den antizyklischen Kapitalpuffer vor.
Sie misst den Kreditzyklus als Abweichung des Verhältnisses von Gesamtkrediten an den nicht-finanziellen Privatsektor zum BIP von seinem langfristigen Trend, basierend auf der Standardmethodik des Basler Ausschusses.
Die Empfehlung ESRB/2014/1 erlaubt es nationalen Behörden jedoch, eigene Messgrößen zu nutzen, falls die Standardmethode den nationalen Finanzzyklus nicht präzise abbildet.
Die Banca d'Italia wendet eine angepasste Methodik an, da die Standardberechnung in Italien systematisch zu Abwärtsrevisionen und unrealistisch langen Expansionsphasen des Kreditzyklus führt.
Dieser angepasste Filter liefert präzisere Echtzeitschätzungen, die die geschätzte Volatilität des Kreditzyklus in Italien erheblich reduzieren und somit ein genaueres Bild der makrofinanziellen Lage ermöglichen.