Italiens Wirtschaft: Moderates Wachstum, niedrige Inflation im Fokus
Italiens Wirtschaft zeigt im Februar 2026 ein verlangsamtes, aber stabiles Wachstum. Die Banca d'Italia hebt in ihrem aktuellen Bericht die moderate Inflation und die Entwicklungen an den Finanzmärkten hervor.
Konjunktur und Preise: Stabilität trotz geringem Schwung
Die italienische Wirtschaft verzeichnete Ende 2025 ein verhaltenes, aber positives Wachstum.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal 2025 voraussichtlich um 0,3 Prozent, nach 0,2 Prozent im dritten Quartal und einer Stagnation im zweiten Quartal.
Der Ita-coin, ein Frühindikator der Banca d'Italia, signalisiert ebenfalls eine Fortsetzung des moderaten Aufschwungs.
Die Industrieproduktion zeigte sich im Jahresverlauf 2025 volatil, während das Geschäftsklima unter den Unternehmen weiterhin von Unsicherheit geprägt war, insbesondere hinsichtlich der Investitionsbedingungen.
Die Zuversicht der Haushalte schwankte ebenfalls, die Erwartungen an die Arbeitslosigkeit blieben jedoch relativ stabil.
Auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich eine robuste Entwicklung mit einer stabilen Beschäftigungsquote und einem moderaten Lohnwachstum im nicht-landwirtschaftlichen Privatsektor.
Die Inflation in Italien blieb im Januar 2026 mit vorläufig 1,0 Prozent (HVPI) deutlich unter dem Euro-Raum-Durchschnitt von 1,7 Prozent.
Die Kerninflation, ohne Energie und Nahrungsmittel, lag bei 1,8 Prozent.
Hauspreise und Verkaufszahlen zeigten in den letzten Quartalen eine positive Entwicklung, was auf eine gewisse Stabilität im Immobiliensektor hindeutet.
Außenhandel und Finanzlage: Robuste Bilanzen
Italiens Außenhandel zeigte sich robust, mit einem Anstieg der Warenexporte sowohl in EU- als auch in Nicht-EU-Länder im Jahr 2025. Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit Italiens blieb im Vergleich zu wichtigen Handelspartnern wie Deutschland und Frankreich stabil.
Die Leistungsbilanz verzeichnete weiterhin Überschüsse, gestützt durch positive Beiträge aus dem Warenhandel.
Die Netto-Auslandsinvestitionsposition des Landes verbesserte sich ebenfalls, was auf eine stärkere finanzielle Position gegenüber dem Ausland hindeutet.
Die Finanzlage der Haushalte präsentierte sich solide; die Finanzschuld der Haushalte lag im dritten Quartal 2025 unter dem Durchschnitt des Euro-Raums.
Auch die Verschuldung der Unternehmen zeigte sich kontrolliert, wobei die Indikatoren für die Kreditaufnahme der Unternehmen eine stabile Entwicklung aufwiesen.
Diese Faktoren tragen zur allgemeinen finanziellen Stabilität des Landes bei und bieten eine Grundlage für weiteres Wachstum.
Stabilität mit latenten Risiken
Die italienische Wirtschaft zeigt sich resilient, doch die strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen.
Während die Banken eine solide Kapitalisierung aufweisen und die Kreditvergabe stabil ist, erfordert die hohe Staatsverschuldung weiterhin eine disziplinierte Haushaltspolitik.
Die moderaten Wachstumsprognosen für 2026 unterstreichen die Notwendigkeit fortgesetzter Reformen, um langfristige Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.